Spielberichte Herren 1

Spielberichte Herren 1 (195)

Montag, 13 Dezember 2021 12:24

Schlussendlich bleibt nur Rang 5

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Spielbericht SG HV Olten 1 – HC KTV Altdorf 31:24 (17:9) 11.12.21 Olten BBZ

 

Der KTV Altdorf schliesst das Handballjahr 2021 mit einer Enttäuschung ab. Vor allem eine dürftige erste Halbzeit rechtfertigt die hohe 31:24 Niederlage in Olten.

 

Es war das Duell dieser beiden Mannschaften, die sich im bisherigen Saisonverlauf unter den eigenen Ansprüchen verkauften und sich nun immerhin den Platz in der vorderen Tabellenhälfte sichern wollten. In einer ausgeglichen erwarteten Partie hatten die Urner aber bald das schlechtere Blatt in den Händen. Nachdem der erste Angriffsversuch noch erfolgreich war, stellte das offensive Oltener 5/1-Abwehrsystem die Altdorfer erfolgreich unter Druck. Gleich sechs Angriffe in Serie verliefen daraufhin im Sand. Da auch die Defensivleistung nicht an die noch so überzeugende Stabilität des Hinspiels anknüpfen konnte, stand es bald 5:1 für das Heimteam. Danach warf Olten die eigene Fehlermaschinerie aber so richtig an, der KTV wurde zielstrebiger und bereits vier Minuten später erzielte Kevin Ledermann den Anschlusstreffer zum 6:5. Ohne diese kurze Phase im Aufwind wäre die Partie zur Pause wohl schon definitiv entschieden gewesen, denn der Rest des ersten Umgang gehörte wieder den Solothurnern. 17:9 lautete das klare Verdikt zum Seitenwechsel.

 

Es wäre nicht das erste Mal in dieser Saison gewesen, dass sich der KTV auch nach hohem Rückstand noch einmal ins Spiel hätte bringen können. Doch die Liste der nicht einsetzbaren Spieler wurde drei Minuten nach der Pause nochmals ergänzt. Neben dem abwesenden Abwehrchef und Kreisläufer Tomas Adamcik, den verletzten Lukas Müller und Fabian auf der Maur und dem rekonvaleszenten Pascal Aschwanden musste auch Daniel Baumann nach seiner dritten Zweiminutenstrafe seinen Posten räumen. Von da an blieb mit dem jungen Matteo Kovacevic nur noch eine Option am Kreis, der seine einzige Wurfgelegenheit aber verwandeln konnte. Auch auf der Torhüterposition galt im zweiten Umgang „Jugend forscht“. Mit Jan Dittli, der studienbedingt in dieser Saison nicht mehr für den KTV auflaufen wird und dem verletzten Christian Amrein fehlten zwei Torhüter, weshalb der siebzehnjährige Kavin Kanthapody zum Debut im Herren 1 kam. Der Youngster, der normalerweise für die SG Pilatus in der höchsten Juniorenliga aufläuft, konnte mit vier Paraden einen soliden Einstand feiern.

 

Doch trotz aller Absenzen bewies der KTV noch einmal Moral. Zwar reichte es nicht um noch mal ernsthaft um Punkte mitreden zu können, aber zumindest ging die zweite Halbzeit mit einem Treffer an die Urner. Sicherlich kein Grund für eine grosse Feier, doch der schwache Eindruck der ersten Halbzeit konnte korrigiert werden. Mit dem schlussendlich aber klaren 31:24 Sieg sichert sich der HV Olten den vierten Platz vor dem KTV. Damit verpassen die Urner die angestrebte vordere Tabellenhälfte, darf sich aber mit zwei Derbys in der Rückrunde trösten, Denn damit treffen die Altdorfer in der ansonsten nicht sehr attraktiven Abstiegsrunde immerhin noch zwei Mal auf den KTV Muotathal. Die Schwyzer mussten sich im letzten Spiel Handball Emmen geschlagen geben, die sich damit den zweiten Finalrundenplatz hinter Dagmersellen sicherten. Ergänzt wird die Urnerisch-Schwyzerische Abstiegsrundengruppe mit dem TV Muri, dem West HBC aus Crissier, dem HV Herzogenbuchsee und dem PSG Lyss. Dies interessiert dann im Jahr 2022, nach 17 Spielen in etwas mehr als drei Monaten verabschiedet sich der KTV nun vorläufig in die hochverdiente Weihnachtspause.

 

Für den KTV spielten:

Fabio Arnold/Kavin Kanthapody; Luca Aschwanden (3). Lorin Schleich, Daniel Baumann (2), Marco Inderbitzin (1), Pascal Aschwanden, Samuel Wyss (3), Carlo Inderbitzin, Kevin Ledermann (5), Matteo Kovacevic (1), Florian Henrich (4/2), Petar Bubalo (5)

Donnerstag, 02 Dezember 2021 12:52

Der KTV konnte sich nicht belohnen

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Herren 1. Liga Handball Emmen - HC KTV Altdorf 35:33 (17:15), 1.12.21 Emmen Rossmoos

 

Wieder einmal spielt der KTV gegen ein Spitzenteam gut mit, doch über die volle Spielzeit war der Gegner dann doch wieder besser. So verdienen sich die Emmer zwei weitere Punkte und bleiben auf Finalrundenkurs.

 

Die ersten Minuten gehörten den beiden Schlussmännern Jan Dittli und Yannik Schnellmann. Nach insgesamt sechs Fehlwürfen waren es die Altdorfer, die das 0:1 erzielen konnten. Bereits nach dem Ausgleich der Emmer zeigte sich, welche Stärke der Luzerner man unterbinden müsste. Technischer Fehler Altdorf, drei Sekunden später die Führung für Hanball Emmen, danach ein Fehlwurf, fünfzehn Sekunden bis zum erneuten Gegentreffer. Auch nach dem zweiten Altdorfer Treffer dauerte es nur vierzehn Sekunden bis zum nächsten Gegentor. Zwei weitere erfolglose Angriffsversuche später sorgte ein weiterer Gegenstoss zur frühen 6:2 Führung für die Hausherren. Die ersatzgeschwächten Altdorfer vermissten mit Samuel Wyss nicht nur den besten Feldtorschützen, denn Lukas Müller, Luca und Pascal Aschwanden standen ebenfalls nicht zur Verfügung. So war klar, dass man das hohe Tempo in diesem für Emmen typischen „run-and-gun“ nicht über 60 Minuten mitgehen kann. In der Folge wurde der Altdorfer Angriff aber stabiler. Nicht nur liess man damit den eigenen Torzähler hochdrehen, sondern unterband damit auch die bisher so verheerenden Konter. Doch auch die Altorfer Defensive fand keinen Zugriff. Es brauchte zwei Emmer Abschlüsse neben das Tor sowie ein technischer Fehler, damit die Urner kurz vor der Pause mit einem 3:0-Lauf den Anschluss zum 16:15 wiederherstellen konnten.

 

Nach dem Seitenwechsel war er zu erkennen, dass die Emmer diejenigen sind, die den hohen Druck verspüren und im Kampf um den Finalrundenplatz auf Punkte angewiesen sind. Nach dem selbstverschuldeten Altdorfer Anschluss wirkten die Luzerner nun etwas nervös. In den ersten acht Angriffen musste der KTV nur gerade ein einziges Gegentor hinnehmen. So konnten die Altdorfer bis zur 39. Minute und dem 18:21 nun erstmals richtig vorlegen. Der Altdorfer Angriff beschränkte sich aber auf fünf Spieler. Kevin Ledermann erzielte acht Tore, drei rechte Seite mit Fabian auf der Maur und Patar Bubalo je sechs Tore, Tomas Adamcik und Florian Henrich jeweils vier Feldtore, letzterer noch mit vier verwandelten Strafwürfen. Der Rest steuerte ein Tor bei, was Trainer Stefan Epp dazu brachte, am Stammpersonal festzuhalten. Zur Mitte des zweiten Umgangs erhöhten die Emmer das Tempo noch einmal. Die Altdorfer kamen gar nicht dazu, eine richtige Deckung zu stellen, so schnell kam das Heimteam zu Abschlüssen. Erst hielt der Angriff aber dagegen und so behaupteten die Urner vorerst die Führung, danach kam aber wieder das von der ersten Halbzeit bekannte Muster. Fehlwurf, sieben Sekunden bis zum Gegentor, Fehler, zwölf Sekunden, Fehler, vier Sekunden, Fehler. So übergab man die Spielkontrolle wieder ans Heimteam, das bis neun Minuten vor dem Ende mit 31:28 wegzog. Der kleine Wermutstropfen in der Schlussphase: Trotz zweimaligem Anschlusstreffer konnten die Altdorfer nicht mehr ausgleichen und stehen schlussendlich ohne Punkte da. Der Grosse: Fabian auf der Maur verletzte sich nach einem erfolgreichen Gegenstoss ohne Fremdeinwirkung. Wie schlimm es den Kapitän erwischt hat, ist noch offen, die Eindrücke aus der Halle stimmen aber wenig optimistisch.

 

Nun geniesst der KTV ein spielfreies Wochenende, bevor dann in einer Woche das Finale um den vierten Platz ansteht. Auswärts trifft man auf die bis dann wahrscheinlich punktgleichen Oltener zum Abschluss dieser Qualifikationsrunde.

 

Für den KTV spielten:

Jan Dittli/Fabio Arnold/Christian Amrein; Manuel Gisler (1), Lorin Schleich, Daniel Baumann, Marco Inderbitzin, Carlo Inderbitzin. Kevin Ledermann (8), Fabian auf der Maur (6), Matteo Kovacevic, Florian Henrich (8/4), Petar Bubalo (6), Tomas Adamcik (4)

Montag, 29 November 2021 12:35

Den Leader ins Straucheln gebracht

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Herren 1. Liga HC KTV Altdorf – TV Dagmersellen 19:19 (10:7), 28.11.21 Altdorf Feldli

 

Eine schwache Phase nach dem Seitenwechsel kostet den KTV Altdorf den vollen Achtungserfolg gegen den Leader aus Dagmersellen. Durch den Ausgleich in letzter Sekunde holen die Urner aber immerhin den einen verdienten Punkt.

 

Obwohl die Dagmerseller mit einem Auswärtssieg die Finalrundenqualifikation hätten sichern können, waren es die Altdorfer, die sich zu Beginn wacher und entschlossener präsentierten, Allen voran Tomas Adamcik führte das Altdorfer Kollektiv, das auf ihren besten Feldtorschützen Samuel Wyss verzichten musste. Was der Slowake in der Defensive lieferte, war beeindruckend. Im Mittelblock organisierte er einen Altdorfer Abwehrriegel, der den Leader vor mächtige Probleme stellte. So waren es die Urner, die die Führung gleich zu Beginn an sich reissen konnten. Doch der Leader reagierte und konnte dann seinerseits mit zwei Längen vorlegen, nur um dann mit einem 0:3-Lauf die 6:5 Führung wieder an die Hausherren abzutreten, Das beidseitig fehleranfällige Spiel sorgte über die gesamte Spieldauer für fast 30 unnötige Ballverluste.

 

Wie in der Vorwoche hadert der KTV wieder mit einer harten roten Karte. Angriffs- sowie Deckungsspieler Manuel Gisler orientieren sich nach einem schlecht geworfenen Gegenstosspass, beide springen zum Ball und es kommt beim Fangen folglich zum Kontakt. Da den Ball keiner kontrollieren konnte, hätte man auf den Ausschluss sicher verzichten können. Doch der KTV liess sich nicht unterkriegen, zog sein Spiel durch und erspielte sich bis zur Pause ein verdientes 10:7-Polster.

 

Dass dieses nicht lange hält, wenn man gegen den Leader zu verhalten aus der Kabine kommt, zeigte sich gleich nach Wiederanpfiff. Der 5:0 Lauf der passierte aus Urner Sicht mit sicherlich zu wenig Gegenwehr. Doch man liess den TVD danach nicht wegziehen und es entwickelte sich wieder diese ausgeglichene und umkämpfte Partie. Weiter haderten die Urner mit den beiden Unparteiischen. Wurde vorne trotz Kontakt beim Wurf weitergespielt, flog man hinten für jede härtere Aktion mit einer 2'-Strafe vom Platz. Im Rahmen einer sachlichen Kritik darf man dies sicherlich so ausdrücken. Dann muss man aber auch anmerken, dass der KTV wie viele Vereine zu wenige Schiedsrichter stellt, und sich somit nicht über diejenigen beklagen darf, die den Spielbetrieb überhaupt ermöglichen. Als die Luzerner dann acht Minuten vor dem Ende durch Fabian Wyss erstmals mit drei Toren vorlegen konnte, schien die Partie endgültig aus der Altdorfer Hand zu gleiten.

 

Gibt es einen gutem Moment, um nach 35 erfolgreichen Versuchen in Serie unserer Nummer 22 einen Penalty zu verwerfen? Nein. Gibt es einen besonders doofen? Vielleicht dann, wenn der Wurf drei Minuten vor dem Ende an der Lattenunterkante hängen bleibt und damit der Anschlusstreffer zum 18:19 nicht fiel. Doch erneut bewiesen die Gelben Moral, erkämpften sich einen letzten Ball zur Ausgleichschance. Eine schöne Kombination fand in Überzahl den rechten Flügel Fabian auf der Maur, der zum schlussendlich sicherlich nicht unverdienten Punktgewinn einnetzte.

 

Bereits am Mittwochabend steht der Klassiker in Emmen an. Während die Urner neuen Mut schöpften, verlor Handball Emmen in Olten. Damit sind die Emmer nun unter Zugzwang, denn die Muotathaler können den Luzernern nun aus eigener Kraft den Finalrundenplatz entreissen.

 

Für den KTV spielten:

Christian Amrein/Jan Dittli/Fabio Arnold; Manuel Gisler, Lorin Schleich, Daniel Baumann, Marco Inderbitzin, Carlo Inderbitzin (1). Kevin Ledermann (2), Fabian auf der Maur (3), Matteo Kovacevic, Florian Henrich (4/1), Petar Bubalo (3), Tomas Adamcik (6)

Montag, 22 November 2021 12:42

Erst das grossartige Handballfest

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Mobiliar Handball Cup 1/16-Final HC KTV Altdorf- HC Kriens-Luzern 20:37 (6:15) 20.11.21 Altdorf Feldli

 

Das Altdorfer Feldli wurde zum Schauplatz eines Innerschweizer Handballfests. Auch wenn sich der grosse Nachbar aus Kriens im Cup-Sechzehntelfinal schlussendlich klar durchsetzte, enttäuschte Gesichter suchte man vergebens.

 

In der 16. Minute erreichte die Stimmung im Feldli ihren Höhepunkt. Nach einem zwischenzeitlichen 2:7-Rückstand erzielte Samuel Wyss soeben den Anschluss zum 6:8. Ein Olympiasieger, in Form von Kriens' Trainer Goran Perkovac, lief zum Zeitnehmertisch und platzierte die Time-out-Karte. Die Altdorfer haben es tatsächlich geschafft, dem Starensemble aus der NLA Paroli zu bieten. Doch wie konnte es soweit kommen? Knappe zehn Minuten dauerte es, bis die Gelben die Ehrfurcht vor dem Innerschweizer Primus beiseite legen konnten und frei aufspielten. Denn in den Startminuten waren die Urner noch zu gehemmt, die gescheiterten Angriffsversuche wurden von den Luzernern in einem enormen Tempo durch Konter bestraft. Mittlerweile war aber mehr Zug im Altdorfer Angriffsspiel, die Krienser Deckungsreihe konnte bewegt werden und die dadurch entstandenen Lücken wurden auch gefunden. Drei erfolgreiche Angriffe durch drei verschiedenen Torschützen waren die Folge. Hinten konnte sich der KTV auf Torhüter Christian Amrein verlassen. Er parierte sieben Wurfversuche in der Startviertelstunde und hielt den Krienser Torregen damit zwischenzeitlich auf. Kurz danach ertönte die bereits erwähnte Sirene zum Time-out.

 

Das Ziel, die Krienser NLA-Handballer ein wenig zu ärgern, wurde vom Erstligisten damit erreicht. Das KrienserTtrainergespann musste seine Mannen noch einmal wachrütteln, was auch gelang. Denn der HCKL legte nun die geforderte Konsequenz an den Tag. Nach einem 5:0 Lauf der Luzerner kam es für den KTV in der 36. Minute noch dicker. Beim zurücksprinten kollidierte Fabian auf der Maur mit seinem Gegenspieler auf Höhe der Mittellinie. Das unterbinden des Konters wurde von den beiden Schiedsrichterinnen hart, aber regelkonform, mit den Ausschluss geahndet. Ehrenwerte Aktion: Angeführt von Torhüter Kayoum Eicher versuchten die Krienser das Schiedsrichtergespann vom Zücken der roten Karte abzuhalten, schlussendlich aber erfolglos. Die damit einhergehende Zweiminutenstrafe nutzten die Krienser nun um das Spiel bereits vor dem Seitenwechsel endgültig zu entscheiden. 6:15 lautete das klare Verdikt zur Halbzeit.

 

In der Pause konnten sich die Altdorfer aber nochmals fangen. Denn in der Hälfte Nummer zwei waren die Krienser immer noch die klar bessere Manschaft, Altdorf spielte aber mit und genoss es sichtlich. Immer wieder konnte man sich offensiv auf Samuel Wyss verlassen, der acht Tore erzielte und sich somit als Topscorer der Partie bezeichnen darf. Auf Seiten der Krienser stach aus dem starken Kollektiv Torhüter Kayoum Eicher mit einer sagenhaften Abwehrquote von 61% heraus. Die Schlussminuten gehörten dann dem Geburtstagskind Lukas Müller, der seine erlangte Volljährigkeit mit drei Toren zelebrierte. Neben dem Fakt, dass sich Kriens durchsetzte, war das Resultat von 20:37 nur noch Nebensache.

 

Denn das erhoffte Handballfest hat stattgefunden. Die Spieler liefen zu einer Lichtshow aufs Feld, mit Linda Indergand führte eine Urner Sportprominenz den Anwurf aus und glückliche Zuschauer genossen das Spiel auf den Rängen oder auf der Muosser Lounge. Kriens bedankte sich für die Mühen des ganzen Vereins mit einem Wimpel und einem kleinen Präsent für die Altdorfer Spieler. So sieht ein perfekter Cupsamstag aus.

 

Für Altdorf spielten:

Christian Amrein/Jan Dittli/Fabio Arnold; Luca Aschwanden (1), Mario Herger, Lukas Müller (3), Daniel Baumann, Samuel Wyss (8),Kevin Ledermann (2), Fabian auf der Maur (1), Matteo Kovacevic (1), Florian Henrich (4/2), Petar Bubalo, Tomas Adamcik

Montag, 15 November 2021 13:39

Zwei Punkte aus Wohlen mitgenommen

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Herren 1. Liga Handball Wohlen - HC KTV Altdorf 24:25 (12:11), 13.11.21 Wohlen Hofmatten

 

An einer Hochschule für Minimalismus wäre dem KTV Altdorf für diese Leistung ein Ehrendoktortitel verliehen worden. Den ein oder anderen Tadel hätten sich die Altdorfer anhören müssen, wäre das Minimalziel mit dem 24:25 Auswärtssieg beim Schlusslicht Wohlen nicht erreicht worden.

 

Dabei nahm die Partie den aus Altdorfer Sicht wunschgemässen Anfang. Nach elf Minuten konnten die Gäste das 2:6 erzielen und eine vermeintlich nächste Wohlener Kanterniederlage fand ihre Anfänge. So schien auf jeden Fall die Altdorfer Interpretation dieser Startphase, denn nur so lässt sich erklären dass die Urner bereits jetzt einige Gänge zurückschalteten. So weit, dass nun die Hausherren klar spielbestimmend auftraten. Zehn Minuten später lagen die Aargauer das erste Mal mit 8:7 in Front, fünf Minuten vor dem Seitenwechsel sogar mit zwei Längen. Die Urner Defensivbemühungen liessen jegliche Aggressivität vermissen, offensiv wurde überhastet das erstbeste Kreisanspiel gesucht, was meist im direkten Ballverlust endete. So glaubte das Heimteam plötzlich wieder an ihre Chance, marschierte gradlinig aufs Altdorfer Gehäuse und verdiente sich die Führung unbestritten ab.

 

"Unterschätzen die Urner diese Aufgabe und treten mit einer dementsprechend legeren Haltung in Wohlen auf, so kann dieser Samstagabend definitiv ungemütlicher werden als es dem KTV lieb wäre." So lautete die Warnung in der Vorschau, die den Nagel auf den Kopf traf. Denn auch im zweiten Umgang machte der KTV keine Anstalten, um sich aus dieser misslichen Lage zu befreien. Aus dem 12:11 zur Pause wurde dann innert fünf Minuten ein 15:11. Ein Resultat, was nun das erste Mal richtig alarmierte. Weiter verkaufte sich der KTV unter Wert, setzte offensiv nun fortan aber auf den siebten Feldspieler. Weder konnten die Wohlener diese Unterzahlsituationen lösen, noch konnten sie die Urner für das Risiko bestrafen und so fanden die Altdorfer allmählich ins Spiel zurück. Doch nach dem Anschlusstreffer zogen die Urner eine weitere Schwächephase ein und so lagen die Wohlener auch in der 47. Minute wieder mit vier Toren in Front. Durch Paraden von Jan Dittli und die treffsicheren Samuel Wyss und Fabian auf der Maur kippte das Spiel mit einem 5:0 Lauf aber erneut. Eine Führung, die der KTV dann nicht mehr aus der Hand gab, für ein wenig Drama sorgte man aber dennoch.

 

19 Sekunden vor dem Ende nahm der KTV mit einem Tor in Front das Time-out und besprach, wie man die verbleibenden Sekunden herunterspielen will. Einen Pass und einen Fuss im Seitenaus später hiess es Einwurf Wohlen. Noch einmal gab es die Chance auf den verdienten Punktgewinn für das Schlusslicht. Doch der letzte Abschluss wurde von Torhüter Jan Dittli abgewehrt, der seinem Team damit die zwei Punkte sicherte. Ein bitteres Ende für die aufopfernd kämpfenden Wohlener, doch wer eine Mannschaft für einen solch lustlosen Auftritt nicht zu bestrafen vermag steht dann halt schon gerechtfertigt am Tabellenende.

 

Eine Woche Vorbereitung bleibt bis zum Cupspiel vom kommenden Samstag gegen den NLA-Vertreter aus Kriens. Für die Urner steht das Saisonhighlight an, für die Krienser eine lästige Pflicht. Den letztjährigen Cupfinalisten im heimischen Feldli begrüssen zu dürfen ist für den KTV sicherlich Motivation genug, um aus dieser Partie die richtigen Lehren zu ziehen.

 

Für den KTV spielten:

Fabio Arnold/ Jan Dittli/ Christian Amrein; Luca Aschwanden (2), Lorin Schleich, Lukas Müller (2), Daniel Baumann (1), Samuel Wyss (8), Kevin Ledermann (1), Fabian auf der Maur (7), Matteo Kovacevic, Florian Henrich (4/2), Tomas Adamcik

Freitag, 12 November 2021 01:34

Derbyniederlage: Die Spitze ist weg

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Herren 1. Liga KTV Muotahtal - HC KTV Altdorf 28:23 (15:13), 11.11.21 MZH Muotathal

Handball Wohlen - HC KTV Altdorf 13.11.21 17:45 Wohlen Hofmatten

 

Nun können auch die letzten Rechnereien eingestellt werden. Der KTV Altdorf verliert das Derby im Muotathal schlussendlich klar mit 28:23 und wird die Finalrunde verpassen.

 

Auch in der vierten Partie gegen ein Team des Spitzentrios gehen die Altdorfer als Verlierer vom Platz. Wie bereits im Hinspiel schnupperten die Urner in der zweiten Halbzeit an der Wende, in der Schlussphase brachten die Schwyzer die beiden Punkte aber unbedrängt ins Trockene. Damit verbleibt der KTV auf dem vierten Platz und besitzt mit sechs Verlustpunkten Rückstand auf Emmen nur noch rechnerische Chancen auf eine Rangierung unter den besten zwei.

 

Durch drei Siebenmetertore konnten die Altdorfer die zwei Tore Rückstand aus der ersten Halbzeit in den vier Minuten nach dem Seitenwechsel aufholen und glichen zum 16:16 aus. Kurz darauf sorgte Samuel Wyss für die erstmalige Altdorfer Führung. Es bot sich in Überzahl sogar die Chance auf zwei Tore wegzuziehen, nach einem Fehlwurf und einer ungestümen Deckungsaktion war der numerische Vorteil schon wieder Geschichte, das Resultat war nach dem verwandelten Siebenmeter durch den starken Pascal Gwerder auch soeben wieder ausgeglichen. Vier weitere Chancen in Serie auf die erneute Führung konnten die Urner nicht nutzen; es waren schlussendlich die letzten.

 

Altdorfs Trainer Stefan Epp setzte schon zu Beginn auf eine offensive Deckungsvariante. Kurze Zeit später setzte der ehemalige Altdorfer Spieler Marius Kasmauskas, nun Trainer im Muotahtal, aufs gleiche Pferd. Von nun an durfte das Spielgeschehen als dekonstruktiv bezeichnet werden. Das Manndecken der sonst spielbestimmenden Offensivakteure nahm dem Spiel jeglichen Fluss, was dem KTV Altdorf sicherlich eher entgegenkam. Auch wenn die Schwyzer jeweils vorlegen konnten, mit mehr als zwei Längen konnte sich das Heimteam im ersten Umgang nicht absetzen und der Pausenstand von 15:13 liess alles offen.

 

Doch wie bereits am Samstag kam es im Spiel der Altdorfer zum Bruch. Nachdem man die vorhin erwähnten Chancen zur erneuten Führung vergab, übernahmen die Muotahtaler das Spieldiktat und setzten sich innert fünf Minuten mit vier Toren ab. Der endgültige Gnadenstoss folgte in der 45. Spielminute, als Kevin Ledermann nach seiner persönlich dritten Zweiminutenstrafe die rote Karte zu Gesicht bekam. Nach den nicht verfügbaren Pascal Aschwanden, Petar Bubalo, Manuel Gisler, Carlo und Marco Inderbitzin war dies dann der eine Ausfall zu viel, den die Gelben dann auch nicht mehr kompensieren konnten. In der Folge scheiterten die Urner an eigenen Fehlern oder am starken Thaler Schlussmann Remo Betschart, konnten keine funktionierende Deckung mehr stellen und mussten zusehen wie ihnen das Spiel immer mehr entglitt.

 

Der KTV muss verdauen, dass sie in dieser Saison nur noch gegen den Abstieg spielen und treffen bereits am Samstagabend auf das noch punktlose Wohlen, wo nichts anderes als ein klarer Pflichtsieg erwartet wird. Unterschätzen die Urner diese Aufgabe und treten mit einer dementsprechend legeren Haltung in Wohlen auf, so kann dieser Samstagabend definitiv ungemütlicher werden als es dem KTV lieb wäre. Somit kann man diese Partie sicherlich als Charaktertest dieser Mannschaft betrachten.

 

Für den KTV spielten:

Christian Amrein/Jan Dittli/ Fabio Arnold; Luca Aschwanden (1), Lorin Schleich (1), Lukas Müller, Daniel Baumann (2), Samuel Wyss (8), Kevin Ledermann (3), Fabian auf der Maur (3), Matteo Kovacevic, Florian Henrich (3/3), Tomas Adamcik (2)

Montag, 08 November 2021 12:32

Mit einem Dämpfer ins Derby

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Herren 1. Liga HC KTV Altdorf – HC Kriens 28:28 (18:13), 6.11.21 Altdorf Feldli

KTV Muotahal – HC KTV Altdorf 11.11.21 20:30 MZH Muotathal

 

Gegen den HC Kriens gibt der KTV Altdorf einen sicher geglaubten Sieg trotz zwischenzeitlicher Sieben-Tore-Führung noch aus der Hand. Die Ausgangslage für das Derby gegen den KTV Muotathal vom Donnerstagabend ist nach dem Remis noch klarer als vorher.

 

45 Minuten lang lieferte der KTV, was von ihm erwartet wurde. Gegen nicht besonders stark aufspielende Krienser erspielten die Urner ein Polster von sieben Toren. Auch wenn beim Altdorfer Auftritt nicht alles zusammenpasste, das Spiel schien entschieden. Die Altdorfer Defensive liess bis dahin ein wenig die letzte Konsequenz vermissen, stand im Grossen und Ganzen aber solide. Die Offensive wurde von Samuel Wyss angeführt, der mit zehn Treffern seine momentane Topform unterstrich. Das Fazit zu diesem Zeitpunkt: Der KTV wird sich einen verdienten Heimsieg holen, für das Derby vom Donnerstag bleibt aber noch Luft nach oben.

 

Doch es folgte eine regelrechte Katastrophenviertelstunde. Erst baute die Defensive ab, in jedem Angriff fing sich der KTV einen Gegentreffer. Der Urner Angriff hielt aber vorerst dagegen und bis zur 54. Minute betrieb man mit dem 28:23 immerhin noch Schadensbegrenzung. Doch nun zerfiel auch das Angriffsspiel. Einen technischen Fehler und zwei Gegentore später nahm der HCK ein time-out, stellte auf eine offensive Deckung und glaubte an die letzte Chance. So stellte Dominik Schnetzler eine Minute vor Schluss den Anschluss zum 28:27 her. Der Krienser, der in Hin- und Rückspiel gegen den KTV acht Fehlwürfe in Serie sammelte, wurde nun zum grossen Krienser Helden. Denn nach einem weiteren Urner Fehlwurf war es erneut Schnetzler, der mit der Sirene zum Ausgleich einnetzte und seinem Team schlussendlich den Punkt sicherte. Klar hätte es aus Altdorfer Sicht nicht so weit kommen dürfen, doch weil die Krienser die Altdorfer Schwäche so konsequent bestraften, muss klar von einem verdienten Punktgewinn gesprochen werden.

 

In den letzten fünf Partien dieser Qualifilktion stehen unter anderem die drei Partien gegen das Leadertrio an. Auf den zweiten Platz und die damit verbundene Finalrundenqualifikation fehlen nun vier Punkte. Durch dieses Remis ist klar: rechnen müssen die Altdorfer nicht mehr. Denn nur mit fünf Siegen kann die Aufholjagd noch gelingen. Schafft man es nicht, den direkten Konkurrenten Punkte abzunehmen, ist die Sache gegessen. So gilt es auch im Derby gegen Muotathal: Altdorf friss oder stirb.

 

Die Schwyzer liegen drei Verlustpunkte vor dem KTV. Die Thaler mussten zuletzt zwei Niederlagen gegen den nun erstplatzierten TV Dagmersellen sowie den Tabellenzweiten Handball Emmen hinnehmen, bevor sie gegen Olten wieder zum Siegen zurückfanden. Der frühere Tabellenführer spürt deswegen nun auch das Messer am Hals. Dies auch, weil Dagmersellen nach der Startniederlage den nun bereits achten Sieg in Serie feierte und an der Spitze zu enteilen versucht. Siegen die Urner, wird das Luzerner Spitzenduo von zwei Aussenseitern gejagt. Feiert der Schwyzer KTV jedoch einen Heimsieg, kommt es an der Spitze zum Triell ohne Altdorfer Beteiligung.

 

Für den KTV spielten:

Fabio Arnold/Christian Amrein; Manuel Gisler, Lorin Schleich, Lukas Müller (1), Daniel Baumann (1), Samuel Wyss (10), Kevin Ledermann (1), Fabian auf der Maur (4), Matteo Kovacevic, Florian Henrich (7/4), Tomas Adamcik (1)

Donnerstag, 04 November 2021 09:57

Dritter Streich in Serie

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Spielbericht Herren 1. Liga HC KTV Altdorf - TV Muri 32:25 (13:11), 30.10.21 Altdorf Feldli

 

Auch im dritten Duell mit dem TV Muri behielt der KTV Altdorf die Oberhand. Dies ist nicht nur der dritte Sieg gegen die Aargauer, sondern auch der dritte Sieg in Serie für die Altdorfer.

 

Eine Viertelstunde lang waren die Gäste aus den Bünztal ein Gegner auf Augenhöhe. Der Rest der Partie dominierten die Urner und sicherten sich einen ungefährdeten Heimsieg. Schon die ersten Minuten gehörten klar dem KTV. Nach sechs Spielminuten lagen die Gelben bereits mit 4:0 in Front. Der Bosnier Petar Bubalo spielte sich mit zwei Toren und einem sehenswerten Kreisanspiel auf Tomas Adamcik gleich mal in den Fokus. Doch ganz so schnell gaben sich die Murianer noch nicht geschlagen. In den darauffolgenden 15 Spielminuten profitierte der TVM von nachlässiger werdenden Urnern und konnten mit dem 10:9 den Anschluss wiederherstellen. Es waren aber nicht etwa die Urner, die aufgrund dieser Aufholjagd nervös wurden, eher waren es die Gäste die nun abbauten. In einer von Fehlwürfen geprägten Phase war es wieder einmal Samuel Wyss, der mit seiner Offensivpower die gegnerische Abwehrreihe überwand. Insegsamt erzielte der bullige Schwyzer Rückraumspieler neun Tore. Das 13:11 zur Pause war aus Sicht des KTV sicher zu mager, stellte man doch vor allem gegen den Positionsangriff eine sichere Defensive. Neun Wurfe neben das Tor sind in dreissig Minuten aber sicherlich zu viele, vor allem wenn man bedenkt, dass das Torhütergespann des TVM nicht restlos zu überzeugen wusste.

 

Die im ersten Umgang noch etwas fehlende Konsequenz legten die Altdorfer aber nach der Pause an den Tag. Vier Minuten nach Wiederbeginn stellte Florian Henrich bereits auf 17:12. Da auch Fabio Arnold einen Sahnetag erwischte, scheiterten die Muriger Angriffsbemühungen oft am Altdorfer Torhüter. So zog der KTV bis zur 52. Minute auf 27:19 weg. Die Gegenwehr der Gäste wurde in dieser Phase nun endgültig gebrochen und Trainer Stefan Epp konnte schon da personell rotieren. So verwertete Youngster Lukas Müller all seine vier Abschlüsse, genau so wie Carlo Inderbitzin. Die Schlussminuten brachten im Gegensatz zum Spiel der Vorwoche keine Spannung mehr. Das einzig erwähnenswerte Ereignis blieb der Platzverweis von Petar Bubalo nach der dritten persönlichen Zweiminutenstrafe. Bis auf den Ausschluss für die restliche Spieldauer hat diese rote Karte aber keine weitere Konsequenz.

 

So brachten die Altdorfer den verdienten 32:25 Pflichtsieg ungefährdet über die Zeit. Im Vierkampf um einen der beiden Finalrundenplätze haben die Urner immer noch die Rolle des Jägers inne. Das Überraschungsteam aus Dagmersellen ist nach dem Sieg im Spitzenspiel gegen Emmen nun definitiv nicht mehr Überraschung, sondern verdientermassen Finalrundenkandidat Nummer 1. Die Emmer, nun mit 13 Punkten einen Punkt im Hintertreffen, behaupten aber immer noch einen Platz über der Linie. Dahinter folgen die beiden KTV's aus dem Muotathal und Altdorf mit 12 beziehungsweise 10 Punkten. Gegen die Schwyzer kommt es in der übernächsten Runde zum Direktduell. Doch zuerst muss gegen die sechsplatzierten Krienser nochmals die Pflicht erfüllt werden. Denn mit drei Punkten im Hintertreffen dürfen sich die Urner keine Ausrutscher mehr leisten.

 

Für Altdorf spielten:
Fabio Arnold/Jan Dittli/ Christian Amrein, Lorin Schleich (1), Lukas Müller (4), Marco Inderbitzin, Samuel Wyss (9), Carlo Inderbitzin (4), Kevin Ledermann, Fabian auf der Maur (1), Matteo Kovacevic, Florian Henrich (7/2), Petar Bubalo (3), Tomas Adamcik (3)

 

Montag, 25 Oktober 2021 13:00

Ein Zittersieg, der weiter hoffen lässt

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Herren 1. Liga HC KTV Altdorf – SG HV Olten 30:29 (17:15), 23.10.21 Altdorf Feldli

 

Gegen Olten ist der KTV Altdorf über weite Strecken das bessere Team. In den Schlusssekunden musste man sich aber trotzdem zum knappen 30:29-Heimsieg zittern.

 

Es war für beide Teams so etwas wie das Spiel der letzten Chance auf einen der beiden Finalrundenplätze. Doch sichtlich nervös ob dieser Situation zeigte sich keine der beiden Mannschaften. Ein parierter Siebenmeter von Fabio Arnold sowie ein Fehler der Oltener nutzte der KTV, um in torreichen Startminuten mit 6:3 wegzuziehen. Die Gelben blieben spielbestimmend und konnten sich immer wieder auf ihren Schlussmann verlassen. Offensiv verteilte sich die Last auf mehreren Schultern, denn gleich sechs Spieler trugen sich bis zur Halbzeitmitte in die Torschützenliste ein. Durch diesen Zwischensprint resultierte sogar eine Sechstoreführung. Doch der ehemalige, so muss man es nun ausdrücken, Ligadominator aus Olten, biss sich nochmals in die Partie zurück. Die Paraden ihres Schlussmannes Viktor Pantelic wurden über Konterangriffe in schnelle Tore umgemünzt. Nachdem sich der KTV zwischenzeitlich durch Tore des rechten Flügelspielers Fabian auf der Maur erneut auf fünf Tore absetzen konnten, kam es für die Solothurner noch besser. Die nun fehleranfälligen Urner mussten den Gästen das Spieldiktat überlassen. So erzielte Mirco Külling zwanzig Sekunden vor dem Seitenwechsel den Anschlusstreffer. Altdorf drückte aufs Tempo, um seinerseits noch einen Treffer erzielen zu können, warf das Anspiel aber in die Hände des lauernden Jan Peter. Eine starke Parade von Fabio Arnold verhinderte den Ausgleich und Wyss Samuel erzielte mit der Sirene eines seiner sieben Tore, das zum Pausenstand von 17:15 stellte.

 

Diese nervenaufreibende Geschichte der ersten Halbzeit sollte sich um zweiten Umgang sogar noch etwas extremer wiederholen. Eine mutige Entscheidung traf Altdorfs Trainer Stefan Epp, als er den starken Schlussmann Fabio Arnold auf die Bank beorderte. Auch im zweiten Umgang blieb das Heimteam spielbestimmend, die Eisenbahnstädter fanden im Positionsangriff kein Mittel gegen die kompakte Urner Abwehr. Skorten die Oltener, dann ging es schnell. Gegenstösse, die schnelle zweite Angriffswelle oder Tore über das sogenannte schnelle Mitte-Anspiel hiessen die Erfolgsrezepte der Gäste. Das Urner Rezept trug die Nummer 14, zieht zum Tor wie kein zweiter und brauchte zweieinhalb Minuten um drei Altdorfer Tore nachzulegen: „Bum-Bum-Sämi“ Wyss war in seinem Element. So setzte sich der KTV erneut bis zur Halbzeitmitte mit vier Toren ab. Auch fünf Minuten vor dem Ende hatte diese Führung Bestand. Die Urner, nun in Unterzahl, ergänzten wie üblich in dieser Situation den Torhüter durch einen sechsten Feldspieler. Das schnelle Oltener Umschaltspiel bestrafte das zögerliche Zurückwechseln aber konsequent mit zwei Toren ins noch verwaiste Tor.

 

Dieser 29:27 Anschluss war der Auftakt in die Altdorfer Schlusshektik. Erst stellte der KTV auf +3, scheiterte im Anschluss aber gleich dreifach am hintersten Oltener Viktor Pantelic. Ein Gegentor sowie ein Fehler später hatten die Oltener den Ballbesitz zum Anschlusstreffer. Der KTV holte sich ein Zeitstrafe, Olten organisierte mit einem Time-out neu. Der Wurf über den rechten Flügel wurde von Christian Amrein pariert, der Abpraller landete aber im Seitenaus. Sekunden später und gerade Mal zwanzig Sekunden vor dem Ende war der Anschluss dann Tatsache. Doch die Urner gaben den Ballbesitz nochmals ab. Jan Peter musste im Konter hektisch abschliessen, scheiterte aber mit der Sirene am Altdorfer Torhüter.

 

Ganz bitter ist diese Niederlage für die Gäste. Ohne die beiden pandemiebedingten Saisonabbrüche hätten sich die Oltener bereits zwei Mal ins Oberhaus gespielt. Nun beträgt ihr Rückstand auf den angestrebten zweiten Rang bereits sechs Punkte. Schon für die Altdorfer, vier Punkte hinter den zweitplatzierten Dagmersellern, muss schon einiges zusammenpassen, um nachmals ernstzunehmend in den Kampf um diesen Platz einzugreifen. Doch durch diesen Sieg hält man sich weiter in Schlagdistanz.

 

Für den KTV spielten:

Fabio Arnold/Christian Amrein; Lorin Schleich (1), Lukas Müller, Marco Inderbitzin, Pascal Aschwanden (1), Samuel Wyss (7), Carlo Inderbitzin, Kevin Ledermann (3), Fabian auf der Maur (5), Matteo Kovacevic, Florian Henrich (6/3), Petar Bubalo (3), Tomas Adamcik (4)

Montag, 18 Oktober 2021 12:32

Starke zweite Hälfte sichert den Sieg in Kriens

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Herren 1. Liga HC Kriens - HC KTV Altdorf 25:31 (14:16), 17.10.21 Kriens Meiersmatt

 

Nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge behalten die Urner in Kriens die Oberhand. Mit sechs Punkten aus ebenso vielen Spielen sichert sich der KTV den Platz im Mittelfeld.

 

Der Krienser Hallensprecher liess verlauten, dass sich die beiden Teams punktemässig auf Augenhöhe befinden und kündigte ein ausgeglichenes Spiel an. Die Erwartungshaltung der Altdorfer war aber eine andere, denn Kriens gehört ganz klar zu den Teams, die man hinter sich lassen will. Zumal man auf diese Saison hin mit Florian Henrich den stärksten Krienser verpflichtete.

 

Doch so wunschgemäss wie der 25:31 Endstand vermuten lässt, lief die Partie aber zumindest vorerst nicht. Vor allem in der ersten Halbzeit boten die Luzerner Paroli, nach dem sich der KTV erneut nicht als Schnellstarter beweisen konnte. Gleich mit drei Toren konnten sich die Krienser nach etwas mehr als zehn Spielminuten absetzten. Hauptsächlich, da die Altdorfer im Abschluss wiederholt am hintersten Krienser, Raoul Iten, scheiterten. Doch auch das Altdorfer Pendant Jan Dittli parierte nun stark und liess den Fehlstart vergessen. Eine Sehnenverletzung am Ellenbogen degradierte ihn aber kurz darauf zum Zuschauer. Glücklicherweise fand auch sein Stellvertreter in die Partie und der Urner Aufschwung hielt an.

 

Wie erwartet war es dieses Duell der Deutschen Kumpel Moritz Wolf und Florian Henrich. Beide ziehen im Rückraum die Fäden, beide gehen als Topscorer ihrer Teams voran und beide stellt man defensiv auf die Position, wo sie den kleinsten Schaden anrichten können. Doch mit sieben, respektive neun persönlicher Treffer bewiesen sie auch gleich, warum man getrost über diese defensiven Defizite hinwegblicken kann. Auch die letzten beiden Aktionen vor dem Seitenwechsel gehörten diesen zwei Herren. Erst stellte Wolf trotz Zeitspielwarnung den Krienser Anschluss zum 14:15 her, bevor Henrich mit der Sirene sogleich wieder erhöhte. Einzig Samuel Wyss konnte mit den beiden Schützen vom Dienst mithalten und erzielte acht Tore. Auch Freunde einer gepflegten Defensive kamen auf ihre Kosten. Wie die NLA-Leihgabe Gino Delchiappo die Krienser Defensivzentrale orchestrierte war schlicht beeindruckend.

 

Acht Minuten nach der Pause war das Spiel dann auch schon entschieden. Kriens' Trainer Armani Mayabanza intervenierte zwar noch mit einem Timeout, die mittlerweile mit sechs Toren zurückliegenden Krienser fanden aber keinen Weg zurück in die Partie. Denn die Altdorfer Defensive stand stabil, die Luzerner wurden daher fehleranfällig und sündigten im Abschluss. Hätte sich Raoul Iten nicht noch als Gegenstosskiller präsentiert, der Vorsprung wäre zweistellig ausgefallen. Der Rest der Partei war zwar weiterhin animiert, aber halt auch nicht mehr wirklich spannend. Schlussendlich sicherte sich der KTV dann doch relativ ungefährdet zwei weitere Punkte.

 

Damit behaupten die Urner ihre Position im Mittelfeld. Durch den Modus, der in der Vorrunde nur eine Entscheidung im Kampf um die Finalrundenplätze, nicht aber gegen den Abstieg vorsieht, gibt es somit sportlich auch nur eine relevante Entscheidung. Der Rückstand auf diesen zweiten Platz, der vor Weihnachten die beiden Finalrundenteilnehmer vom Rest trennt, beträgt vier Punkte.

 

Für den KTV spielten:

Christian Amrein/Jan Dittli; Lukas Müller (2), Daniel Baumann, Marco Inderbitzin, Pascal Aschwanden (2), Samuel Wyss (8), Carlo Inderbitzin (2), Kevin Ledermann, Fabian auf der Maur (3), Matteo Kovacevic, Florian Henrich (9/1), Petar Bubalo (2), Tomas Adamcik (3)

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