Samstag, 18 September 2021 13:09

Derby gegen Muotathal

geschrieben von Spielbericht
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Saisonvorschau 2021/22 HC KTV Altdorf 1. Liga

HC KTV Altdorf – KTV Muotahtal, 18.9.21 18:00 Altdorf Feldli

 

Sehnsucht nach Handball wird wieder gestillt

 

Erneut werden die Spieluhren, Resultate und Ranglisten genullt und die Saison 2019/20 geht nach zweimalig coronabedingtem Abbruch in seine dritte Runde. Nun halt im Jahre 2021 und mit mehr Fragezeichen denn je.

 

Die Ära Mario Jelinic ging schlussendlich ohne eine gewertete Saison diesen Frühling zu Ende, nachdem er seit letztem Oktober mehr als Beschäftigungstherapeut denn als Handballtrainer gearbeitet hat. Danach kam zum dritten Mal in den letzten vier Jahren zum Umbruch an der Seitenlinie. Diesmal präsentiert man mit Stefan Epp eine hoffentlich langfristige Lösung, die man im Umfeld der Urner nicht vorzustellen braucht. Der langjährige Spieler verdiente sich bei den Junioren die Sporen ab, bevor er im letzten Jahr bei der SG Pilatus, der Juniorenakademie rund um den A-Ligisten HC Kriens-Luzern, den Schritt ins leistungs- und resultatorientierte Umfeld machte. Nun bekommt er das höchste Traineramt in seinem Stamm- und Herzensverein.

 

Allgemein setzt man beim KTV in dieser Spielzeit auf Altbewährtes. Als Spielmacher kehrt Florian Henrich vom Ligarivalen Kriens nach nur einer Saison zurück. Ebenso nur eine Spielzeit im nicht so fernen Stans verbrachte Torhüter Fabio Arnold, der mit einer Talentförderungslizenz weiterhin für die zweite Mannschaft der Nidwaldner auflaufen wird. Rückraumshooter Samuel Wyss lief letztmals in der Saison 2018/19 in gelb auf, einer Zeit in der man noch in der NLB zu Werke ging. Fürs Studium trat er seither handballerisch kürzer, will es nun aber nochmals wissen. Komplettiert wird das Altdorfer Kollektiv durch die beiden U19 Junioren Lorin Schleich und Carlo Inderbitzin, die erstmals im Aktivhandball auflaufen, deren Priorität aber im Nachwuchs liegt. Ein Name fehlt in dieser Auflistung. Im Frühling verpflichtete man neben Florian Henrich auch seinen Landsmann und guten Kumpel Moritz Wolf. Er bestritt die Vorbereitung beim KTV, stellte nach dem Raiffeisencup im Muotathal aber fest, dass er und das Trainergespann unterschiedliche Auffassungen über seine Rolle im Team haben. Die Trennung noch vor Saisonbeginn besiegelte das schnelle Ende seiner Zeit im Urnerland schon nach wenigen Woche. Er wird weiterhin für seinen alten und neuen Verein HC Kriens auflaufen.

 

Angeführt wird das Team von den beiden Kapitänen Kevin Ledermann und Fabian auf der Maur, die sich dieses Amt in dieser Saison teilen werden. Hinzukommen die Uraltdorfer Jan Dittli, Daniel Baumann und Manuel Gisler, die allesamt in die gefühlt drölfte Saison gehen. Dazu gesellen sich die Gebrüder Pascal und Luca Aschwanden, die auf bestem Weg dazu sind. Mit Lukas Müller und Matteo Kovacevic wollen zwei Eigengewächse den nächsten Schritt gehen und sich Spielzeit erarbeiten, nachdem sie im letzten Jahr doch noch klar als Ergänzungsspieler bezeichnet werden durften. Mit Marco Inderbitzin und Christian Amrein sind zwei weitere Innerschweizer schon länger dabei und auch der Slowake Tomas Adamcik geht mittlerweile in seine bereits vierte Saison bei Altdorf. Als Teammanager ist weiterhin „Stiege“ Arnold verantwortlich und auch Teambetreuer Carlo Walker ist nicht mehr wegzudenken.

 

Eigentlich ein breites Kader, auf welches Epp zurückgreifen kann. Doch es gibt auch ein grosses „aber“. Wie bereits erwähnt geniesst bei den beiden neuen Jungen die U19 Priorität und sind deshalb auch nur einmal wöchentlich im Training anzutreffen. Tomas Adamcik arbeitet nun im Schichtbetrieb und muss vor allem im Trainingsbetrieb kürzer treten. Auch Luca Aschwanden, der eine nicht ganz freiwillige Verlängerung seiner grünen Ferien erhalten hat, steht nur ganz selten in der Trainingshalle. Immer wieder eine Herausforderung, so Trainings zu organisieren.

 

Mit zwei Siegen ist man aber trotzdem ansprechend ins Handballjahr 2021 gestartet. Die erste Runde wurde bereits absolviert, doch irgendwelche Prognosen zu machen gleicht weiterhin einem Blick in die Kristallkugel. Bleiben wir vorerst mal bei den klaren Fakten. Weiterhin wird die erste Liga in vier nach Regionen eingeteilten Achtergruppen ausgetragen. Bis zum Jahreswechsel wird eine Doppelrunde ausgetragen, danach spielen die jeweils beiden Gruppenersten in einer Finalrunde um den Aufstieg in die NLB. Der Rest spielt ab dann nur noch gegen den Abstieg. Durch die beiden Abbrüche haben sich diese Gruppen in den letzten Jahren auch nicht verändert.

 

Als der erste Versuch gestartet wurde und das Wort Corona erst den Virologen bekannt war, konnte man von den „Big 3“ sprechen. Handball Emmen, der TV Olten sowie die Urner spielten die beiden Finalrundenplätze, mit dem schlussendlich schlechtesten Ende für die Altdorfer, unter sich aus. Mit dem KTV Muotathal gesellte sich schon im letzten Jahr ein weiterer Verein dazu und nach den Siegen gegen den KTV am Raiffeisencup und den TV Olten in der Meisterschaft sind die Schwyzer nun sogar zu favorisieren. Das vom ehemaligen Altdorfer Spieler Marius Kasmauskas gecoachte Team scheint bereit für den ganz grossen Wurf. Auch die Entwicklung der Dagmerseller zeigte in den lezten Jahren nach oben, ob die Wiggertaler daran anknüpfen können ist aber offen. Eher nicht verstärken konnten sich die beiden Aargauer Vertreter aus Muri und Wohlen. Auch der HC Kriens schien personell einzubüssen, überzeugten aber bisher mit einem Kantersieg gegen Wohlen. Überragende Figur dabei mit 14 Toren: der doch-nicht-Altdorfer Moritz Wolf.

 

Dass hier keine sichere Prognose abgegeben werden kann verspricht aber hauptsächlich eines: Spannung! Nicht nur ist gänzlich offen, wie sich die neu formierten Teams finden werden, sondern auch wer die zehn spielfreien Monate mit den kleinsten Verlusten überstanden hat. Es kann wohl damit gerechnet werden, dass der ein oder Youngster für Furore sorgen wird, konnten die Junioren die letzte Saison fast normal beenden und vor allem durchtrainieren. Für Spieler und Zuschauer gilt ab sofort die Zertifikatspflicht. Ein nicht unumstrittener Schritt, der aber sicherlich Optimismus bringt, dass dieser dritte Meisterschaftsversuch im Frühling beendet wird. Ach, was werden die nächsten Monate für uns Süchtigen auf Handball-Entzug für ein Fest!

 

Zur Eröffnungssause laden die Urner zum Derby in die Feldli-Arena. Der KTV Muotathal wird der erste grosse Gradmesser in dieser noch jungen Saison. Die Schwyzer rund um Spielmacher Alex Suter überzeugten bisher restlos. Selbst der zweimalige Ligadominator aus Olten fiel dem eingespielten Team zum Opfer. Mit Marin „Zömbel“ Betschart und Pascal Gwerder sind auch zwei Spieler mit Urner Vergangenheit dabei. Es kommt dabei zur Neuauflage der letztjärigen Derniere, dem Nachquarantänespiel das kurz vor dem Saisonabbruch mit 25:28 an den aus Urner Sicht falschen KTV ging. Während dieser Heimauftakt für die Altdorfer eine erste Standortbestimmung ist, können die Muotathaler bereits einen zweiten Konkurrenten im Rennen um einen Finalrundenplatz distanzieren. Trotz der Einschränkungen hofft der KTV Altdorf, dass man zu dieser Affiche zahlreiche Zuschauer begrüssen darf.

 

02 Altdorf vs Muotathal

 

Gelesen 226 mal Letzte Änderung am Samstag, 18 September 2021 13:18