Spielberichte Herren 1

Spielberichte Herren 1 (139)

Sonntag, 17 Januar 2016 00:00

Walliser klar dominiert

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Keller Cyril VispZwei Wochen vor Wiederaufnahme der Nationalliga-B-Qualifikationsrunde (insgesamt 26 Spiele umfassend – der HC KTV Altdorf hat noch ein Dutzend Einsätze vor sich) empfingen die Urner am Samstagabend in der Baldinihalle den KTV Visp zu einem Vorbereitungsspiel. Die Walliser sind schon seit sieben Jahren in der 1. Liga angesiedelt – zurzeit belegen sie in ihrer Gruppe einen der hinteren Tabellenplätze. Sie haben sich noch gegen die drohende Relegation zu wehren.

Der HC KTV Altdorf trat ohne die verletzten Marius Kasmauskas, Marc und Flavio Fallegger und David Arnold an. Zum Einsatz gelangten verschiedene der hoffnungsvollen vereinseigenen Nachwuchsakteure. Sie präsentierten sich in guter Form und bewiesen, dass in den vereinseigenen Reihen vielversprechendes «Holz» herangewachsen ist.

Souverän gestartet

Spielertrainer Mario Obad und Coach Dani LussiDie Altdorfer zauberten zum Auftakt der Partie einen souveränen 8:0-Vorsprung aufs Parkett, um danach eher etwas Tempo wegzunehmen. Zur Pause führten die Gastgeber mit 15:10, nachdem Yannik Drollinger den letzten Treffer seines Teams kurz vor Ablauf der ersten halben Stunde erzielt hatte.

Während des zweites Spielabschnittes übernahm den Posten zwischen den Pfosten Marcel Luthiger. Auch er wartete mit etlichen sehenswerten Paraden, wie bereits vorgängig Nicolas Stocker, auf. Den ersten Treffer des zweiten Spielabschnittes markierte Tizian Dossenbach. In der Folge trafen die Akteure des HC KTV Altdorf noch siebzehnmal in Netz der Walliser, damit unter Beweis stellend, dass sie die mehrwöchige Spielpause recht gut hinter sich gebracht haben. Altdorf entschied die Begegnung – souverän geleitet durch Philipp Tresch und Edi Zakarauskas – verdientermassen mit 33:20 zu seinen Gunsten, nachdem Marc Vollenweider den letzten Treffer nach einem sehenswerten Ballwechsel für sein Team markiert hatte.

Urner Schülerturnier am Samstag

Spielertrainer Mario Obad und Coach Dani Lussi waren mit der Leistung ihres Kollektivs mehrheitlich zufrieden, gaben sich aber überzeugt, dass es im Hinblick auf die nächste NLB-Meisterschaftspartie – am 30.Januar wird auswärts gegen den Tabellenvorletzten Zofingen angetreten – noch einige kleinere «Baustellen» auszuräumen gilt.

Am kommenden Samstag, 23. Januar, findet in der Altdorfer Feldliarena das traditionelle Urner Schülerturnier statt. Dazu haben sich erfreulicherweise zwei Dutzend Mannschaften eingeschrieben. In den verschiedenen Kategorien dürfen spannende Ausmarchungen erwartet werden.

Altdorf spielte mit: Nicolas Stocker, Marcel Luthiger; Ivan Fallegger, Marko Koljanin, Mario Obad, Michael Bissig, Marc Vollenweider, Dave Zürcher, Yannik Drollinger, Fabian Auf der Maur, Cyril Keller, Tizian Dossenbach, Marc Häusler, Joy Gisler.

 

Mittwoch, 23 Dezember 2015 00:00

Irres Handballspektakel – Sensation in absoluter Griffnähe

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Cup-Achtelfinal: HC KTV Altdorf (NLB) – St. Otmar St. Gallen (NLA) 24:25

Oberklassige sahen sich während längerer Zeit echt zerzaust. Urner führten mit sieben Toren Vorsprung (38. Minute). Wo blieb in den Schlusssekunden der Penaltypfiff?

eppbrückerstiegeÜber 400 Zuschauer aus der Ost- respektive Urschweiz nahmen am Dienstagabend den Weg in die Feldliarena unter die Füsse. Sie hatten ihr Erscheinen nicht zu bereuen. Denn ein Handballspektakel der Spitzenklasse prägte den Schweizercup-Achtelfinal über weite Phasen. Schade war natürlich, dass der in den Reihen der Altdorfer „gross“ gewordene Jost Brücker (Nationalmannschaftsmitglied und ab kommender Saison beim NLA-Klub Kriens/Luzern engagiert) in den Reihen der Gäste infolge einer Verletzung nicht aktiv mit dabei sein konnte und den Fight nur vom Spielfeldrand aus zu verfolgen vermochte. Bei den Otmärlern fehlten im Übrigen drei weitere Stammakteure, beim HC KTV Altdorf der verletzte Marius Kasmauskas.

4-Tore-Führung der Besucher

obaddanlusDie Gäste, welche vor 52 Jahren (!) bereits einmal einen Cupfight in der Urner Metropole bestritten hatten (damals auf dem Grossfeld der Schützenmatte, hinter dem Tellspielhaus), und nur mit 20:17 das bessere Ende gegen den seinerzeitigen Nobody für sich behalten hatten), starteten zum Achtelfinal in Altdorf standesgemäss. Sie führten nach 5 Minuten 3:1 und - im Anschluss an den ersten KTV-Treffer durch Fabian Auf der Maur und dem zweiten durch Ivan Fallegger - nach 10 Minuten 6:2. Die (erste) grosse Schau der Gastgeber setzte dann in der 20. Minute ein, nachdem David Arnold(10:9 und 12:9) und dazwischen Ivan Fallegger die Altdorfer erstmals an diesem denkwürdigen Abend in Front schossen und Marcel Luthiger im Tor der Platzherren mehrmals gezaubert hatte. Die Ostschweizer, mit ihren athletischen, grossgewachsenen Hünen, sahen sich immer wieder durch die sackstark auftrumpfende, ausgezeichnet organisierte einheimische Abwehr gestoppt. Der Beweis: Während der zweiten Viertelstunde trafen die hochkarätigen NLA-Schützlinge Trainer Predrag Borkovics nur mal gerade dreimal (!) ins Altdorfer Tor. Die Gastgeber hatten die Nase zur Pause mit 14:11 im Wind.

KTV-Torefestival ging munter weiter

arnolddavidotmar filteredMänniglich rieb sich in der Folge die Augen, nachdem die Einheimischen auch nach erfolgtem Seitenwechsel nichts von ihrer Spritzigkeit einbüssten und die St. Galler „Overdogs“ mächtig unter Druck setzten. Mit einer roten „Direktkarte“ sah sich in der 35. Minute, nach einem brutalen Foul und (offenbar) blank liegenden Nerven, der Serbe Igor Milovic unter die Dusche verabschiedet. In einer doppelten Überzahlphase waren Fabian Auf der Maur und Ivan Fallegger zwischenzeitlich für das vielversprechende 20:13 besorgt. Eine Sensation bahnte sich damit an. Nun war es indessen plötzlich der HC KTV Altdorf, der etwas übermotiviert wirkte, einige fatale technische Fehler beging, unnötige Ballverluste produzierte und kräfte- sowie konzentrationsmässig sichtlich abbaute. Diese Fakten nützten die Otmärler eiskalt aus, zumal in ihren Reihen Keeper Martin Galia zu einer eigentlichen Hochform auflief. Nach 47 Minuten war aus dem 7-Tore-Vorsprung der Urner ein 20:20 geworden. Nicolas Stocker, der zu diesem Zeitpunkt den Posten Marcel Luthigers übernommen und (wie sein Vorgänger) ein Penaltygeschoss magistral pariert hatte, wartete in der Folge mit sehenswerten Interventionen auf.

Penaltyverdikt blieb aus

falivaotmar filteredNach dem 22:25 liessen Marc Fallegger und Spielertrainer Mario Obad die Hoffnungen des KTV-Kollektivs nochmals keimen (24:25) und die heimischen Fans ein zweites Mal auf die Sensation hoffen. Dies umso mehr, als Topskorer Marko Koljanin nach einer weiteren Parade Stockers - er hatte einen allein auf seinen Kasten losstürmenden St. Galler alt aussehen lassen - 15 Sekunden vor Spielschluss direkt am gegnerischen Kreis rüde von den Beinen geholt worden war. Die Spielleiter Anthamatten/Wapp wollten einen auch vom Publikum mit gellenden Pfiffen geforderten Penalty einfach nicht „gesehen“ haben. Dies war umso fataler, als eine Verlängerung bereits so gut wie sicher ausgesehen hatte, zumal Koljanin gleich anschliessend einen Ball nur um Haaresbreite im Aussennetz anstatt im Tor landen sah.

Zur ausgezeichneten Vorstellung der unterklassigen Altdorfer bleibt anzumerken, dass Ivan Fallegger (bei 100-prozentiger Chancenauswertung) sechsmal, Marko Koljanin und Mario Obad insgesamt je fünfmal ins Ziel trafen. Die Abwehrquoten der KTV-Keeper Marcel Luthiger (7 Paraden, 26 Prozent) und Nicolas Stockers (4, 45 Prozent) verdienen spezielle Beachtung. Das handballbegeisterte Publikum unterliess es natürlich nicht, die gesamte KTV-Truppe für die beeindrucke Leistung gebührend mit langanhaltendem Applaus aus dem „Handballjahr“ 2015 zu verabschieden. – Die Meisterschaft findet nun erst am 30. Januar 2016 mit der Auswärtspartie in Zofingen ihre Fortsetzung.

Altdorf spielte mit: Marcel Luthiger, Nicolas Stocker; Marc Vollenweider, Dave Zürcher, David Arnold (2), Ivan Fallegger (6), Marc Fallegger (2), Joy Gisler, Flavio Fallegger, Fabian Auf der Maur (2), Tizian Dossenbach (2), Yannick Drollinger, Mario Obad (5), Marko Koljanin (5).

 

Montag, 21 Dezember 2015 00:00

Revanche nach turbulentem Finale geglückt

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 HC KTV Altdorf - SG Horgen 27:24

Verdienter Sieg cleverer Urner. Zürcher Seebuben sorgten in der Schlussphase indessen für etwelche Hektik.

häuslerhorg filteredAm Samstagabend war der HC KTV Altdorf zur letzten Meisterschaftspartie im zu Ende gehenden Jahr, und vor der mehrwöchigen Punktewettkampfpause, in der Feldliarena vor rund 300 Zuschauern eingelaufen, um sich für die happige Vorrundenniederlage (27:36) gegen die SG Horgen zu revanchieren zu versuchen. Die Platzherren mussten dabei auf den weiterhin verletzten Marius Kasmauskas (Zerrung im Aduktorenbereich), die Zürcher (als sogenanntes Farmteam) auf drei Akteure, welche ein Aufgebot im gleichzeitig spielenden NLA-Kollektiv GC/Amicitia Zürich erhalten hatten, verzichten. Die Begegnung bot attraktiven, wettkampfbetonten Handballsport, welcher das Publikum immer wieder von den Sitzen zu reissen kasmauskasMarius Hovermochte, den festen Vorsatz der Urner, den Gästen beide Punkte zu entreissen, Realität werden liess sowie beste Propaganda im Hinblick auf den Dienstagabend-Schweizer-Cup-Achtelsfinal gegen St. Otmar St. Gallen (20.15 Uhr, Feldliarena) bot.

Altdorfer Dominanz in der ersten Halbzeit

Bereits die ersten zehn Minuten standen mehrheitlich im Zeichen der Platzherren. Sie agierten – wie schon gegen Möhlin – erneut mit einer 5:1-Abwehr. Sie bewährte sich bestens. Spielertrainer Mario Obad, Fabian Auf der Maur, Marko Koljanin (je zweimal), ferner Jannick Drollinger schossen ihre Farben bis zum Ablauf der Auftaktviertelstunde mit 7:4 in Front. Koljanin war mit einem Gewaltshammer gar dafür besorgt, dass das Tornetz durchlöchert wurde und repariert werden musste... (Dieser Treffer des KTV-Topskorers war zunächst von den Schiedsrichtern nicht validiert, sondern erst gutgeheissen worden, nachdem Horgens Trainer Alex Milosevic sich am Zeitnehmertisch gemeldet hatte und eingestand, dass der Ball völlig normal im Kasten - und nicht etwa via defektes Seitennetz dort gelandet war -  eine tolle Geste Milosevics). Fünf Minuten später lag der KTV mit 9:5 voraus, nachdem der wiederum top aufgelegte, 32-jährige Zerberus Marcel Luthiger gleich zwei Penaltybälle genial pariert hatte. Altdorf führte bis zu diesem Zeitpunkt technisch die feinere Klinge, während die SG Horgen gegen den kompakt wirkenden Altdorfer Abwehrblock netzflickerdossenbach filteredanderseits eher selten zu reüssieren vermochte. Sechs Minuten vor der Pause wechselten die Zürcher ihren Torsteher aus, während auf der Gegenseite Marcel Luthiger weitere Paraden ablieferte. Für einen „Zaubertreffer“ war unmittelbar vor dem Seitenwechsel Marc Vollenweider besorgt. Im Rückwärtsfallen spedierte er das Leder am verdutzten SGH-Hüter vorbei zur 15:9-Führung ins Netz der Besucher.

Zwei „Napoleone“ auf dem Feld

Im Verlaufe des zweiten Spielabschnittes taten sich die Zürcher speziell durch den risottoessenauf Saisonende zurücktretenden Horgener Trainer Alex Milosevic und SGH-Topskorer Philipp Alexander Seitle hervor. Ersterer lieferte einige Seitenlinienamokläufe, mit hochrotem Kopf Brülltiraden („jetzt reichts – jetzt reichts...“) in Richtung Spielleiterduo Kamber/Meili respektive Verbandsinspizient abfeuernd, ab, während sich der Zweitgenannte offenbar nicht damit abzufinden vermochte, von der Altdorfer Deckung weitgehend an die Leine gelegt zu werden, phasenweise wie ein zweiter „Napoleon“ als Feldmarschall auf dem Feld auftrat und fast im Minutentakt giftige Reklamationskommentare von sich gab. Dies alles trug nicht gerade zur Beruhigung der Lage auf dem Parkett bei. Primär wohl, weil sich die Spielleiter grosszügig vollraffhorgenzeigten und solche Unsportlichkeiten zumindest (zu) weitgehend tolerierten.

Nach einer Unterzahlphase der Altdorfer gelang es den Horgenern mit zunehmender Spieldauer, ihren Sieben-Tore-Rückstand bis zur 48. Minute auf drei Längen (22:19) zu reduzieren. Nach einem wenig später durch Coach Dani Lussi angeforderten Timeout steckten die Gastgeber eine gewisse Verunsicherung locker weg, um ihren Vorsprung durch Dave Zürcher, Mario Obad und Ivan Fallegger auf 25:20 zu schrauben. Drei Minuten vor Spielschluss führten die Altdorfer, welche zu diesem Zeitpunkt ihren hoffnungsvollen Nachwuchsspielern längere Einsatzzeiten zugestanden hatten, mit 27:22. Hätte nicht dreimal hintereinander Marc Häusler so genannt hundertprozentige Konterchancen versiebt und wäre im KTV-Kollektiv letztlich mit einer geringeren Nonchalance zur Sache gegangen worden, wäre ein Sieg der Urner klar deutlicher als schliesslich mit 27:24 ausgefallen. Doch die Gefahr, allenfalls noch einen Punkt liegen zu lassen, bestand überhaupt nie, wie auch Headcoach Dani Lussi und Torhütertrainer Marco Sigrist erkannten und ihrem Team alles in allem eine geschlossene Leistung attestierten.

Altdorf spielte mit: Marcel Luthiger (35 Schüsse/14 Paraden/40 Prozent), Jan Dittli (4/1/25); Marc Vollenweider (1), Dave Zürcher (2), Ivan Fallegger (2), Marc Fallegger, Joy Gisler (1), Flavio Fallegger, Fabian Auf der Maur (4), Tizian Dossenbach (2), Yannick Drollinger (1), Mario Obad (6), Marko Koljanin (8), Marc Häusler.

 

Einen Rang gutgemacht

Die weiteren NLB-Ergebnisse der Samstag-/Sonntagspartien: Siggenthal-Zofingen 27:23, Steffisburg - Kadetten-Espoirs Schaffhausen 22:21, Wädenswil - Baden 30:25, Yellow-Pfadi Winterthur - Möhlin 23:28, Suhr/Aarau - SG Pilatus/Luzern 37:27, Endingen - Birsfelden 36:34X.

Die NLB-Zwischenrangliste zum Jahresabschluss, nach je 14 von insgesamt 26 Spielen der Saison 2015/16 (der HC KTV Altdorf hat sich jetzt um einen Rang verbessert): 1. Endingen 25, 2. Suhr/Aarau 25, 3. Möhlin 18. 4. Kadetten-Espoirs Schaffhausen 17, 5. Steffisburg 17, 6. Horgen 16, 7. Siggenthal 16, 8. Altdorf 14, 9. Baden 13, 10. Birsfelden 9, 11. Wädenswil 9, 12. Yellow-Pfadi/Winterthur, 6. 13. Zofingen 6, 14. Pilatus/Luzern 5.

 

Sonntag, 13 Dezember 2015 00:00

Klare Favoriten vom Podest geholt

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TV Möhlin – HC KTV Altdorf 21:23

Viele Fans der Urner rieben sich nach 60 Minuten mehr oder weniger verwundert die Augen: Ihr Team holte dank stupender Abwehrleistung beide Punkte ab.

Sieg in Möhlin mit2In der nigelnagel neuen Steinli-Halle – „ein Bijou ihrer Art, auch was die Lichtverhältnisse betrifft“, wie der Urner Head-Coach Dani Lussi schwärmte – war der HC KTV Altdorf aufgrund des bisherigen Meisterschaftsverlaufes, vor über 500 Kiebitzen, als klarer Underdog gehandelt worden. Zumal die Gastgeber hinter den beiden Leaderformationen Suhr/Aarau und Endingen von der dritten Position des Zwischenklassementes grüssten und zu neuen Höhenflügen rüsteten, nachdem mit Trainer Zoltan Kordas unlängst ein weiterer Zwei-Jahres-Vertrag unterzeichnet worden war.

Verdienst des ganzen Innerschweizer Kollektivs

Wenn die Urner schliesslich den Sieg in den Gotthardkanton entführten, so war dies ein Verdienst der ganzen Equipe, vorweg aber der stupend und hochkonzentriert zur Sache gehenden Abwehr. Diese musste umfunktioniert werden, nachdem Hüne Kevin Ledermann für einige Monate über das grosse Wasser gezogen ist und dem Team dadurch bis auf Weiteres fehlt. Spielertrainer Mario Obad und Headcoach Dani Lussi ordneten ihre Deckung nun nach neuen Gesichtspunkten (5:1): Ivan Fallegger vorgestellt, dahinter eine kompakt agierende Abwehrkette. Ersterer verstand es in Möhlin hervorragend, die gegnerische Kanoniernummer eins, Marcus Hock - knapp die NLB-Nummer drei, mit durchschnittlich 7,5 Toren pro bestrittener Partie, unmittelbar vor dem Altdorfer Marco Koljanin (7,7, eine Partie weniger absolviert) etabliert - zu entzaubern respektive vom Parkett zu verbannen, wie es überspitzt zu formulieren wäre. Hock traf aus dem Spiel heraus nur einmal ins Volle, sein zweiter Erfolg kam nach einen verwerteten Penalty zustande. Der gegnerische Trainer war mit der Leistung seiner Truppe rückblickend nicht vorbehaltlos zufrieden, zumal der TVM kaum auf das erwartete Rendement zu kommen vermochte.

Luthis grossartige Penaltyabwehrparade

Dem Erfolg des HC KTV Altdorf - von Physiotherapeut Koen Haelters optimal vorbereitet - stand in der Schlussphase primär Keeper Marcel Luthiger (er gedenkt nach der Meisterschaft 2015/16 seine Handballschuhe definitiv an den berühmten Nagel hängen zu wollen) zu Gevatter, nachdem er bereits vorgängig rund ein Dutzend generische „Hundertprozentige“ neutralisiert gehabt hatte. Beim Stande von 22:21 für den KTV-Trupp parierte Luthi ein Penaltygeschoss Hocks respektlos. Und als dann Superskorer Marko Koljanin (insgesamt 8 Treffer) 104 Sekunden vor dem letzten Sirenenton den Ball zum 23. Mal im Netz der Nordschweizer versorgt hatte, war der Mist definitiv geführt, denn ein vom TVM-Trainer geordertes Timeout trug keine Früchte mehr – Altdorfs Sieg war dadurch definitiv in Stein gemeisselt. Der Erfolg der Urschweizer war umso beeindruckender, nachdem von der Standardtruppe nebst Kevin Ledermann auch noch Marius Kasmauskas (verletzt) und Joy Gisler (Prüfungen) gefehlt hatten. Sehr zur Genugtuung der Teamchefs Lussi und Obad: Sie attestierten ihrem Kollektiv, weitgehend das Optimum ihrer Möglichkeiten abgerufen zu haben.

Aus dem weiteren Spielverlauf

Den ersten Treffer der Partie erzielte für sein Team Spielertrainer Mario Obad. In der Folge schien einem Sieg Möhlins kaum etwas im Weg zu stehen. So führten die Fricktaler nach 20 Minuten mit 8:6. Doch Marko Koljanin und Marc Fallegger besorgten den Gleichstand, ehe Marc Fallegger, Marko Koljanin und Yannick Drollinger ihre Farben gleich mit drei Längen (11:8) in Front schossen. Nachdem die Seiten beim Stande von 12:9 zugunsten der Innerschweizer gewechselt worden waren, gaben die Aargauer Gegensteuer, um zweimal das Zepter an sich zu reissen (19:17, 48. Minute - 21:19, 53. Minute). Darauf war der Ofen der Gastgeber indessen vorzeitig aus: Der TVM vermochte keinen einzigen Ball in Luthigers Gehäuse mehr zu platzieren. Vielmehr war es Dave Zürcher, der die Generaloffensive seiner Mannschaft einläutete (22:21) und Marko Koljanin den 23. Treffer markierte. Die höchsten Erfolgsquoten in den Reihen der Altdorfer wiesen in der Manöverbilanz Yannick Drollinger (100 Prozent) und Marc Fallegger (80) auf. Hinter Marko Koljanin (8) erwiesen sich die Gebrüder Marc und Ivan Fallegger, ferner Mario Obad (je viermal) als KTV-Stürmer mit den besten Torriechern.

Die weiteren Resultate der letzten NLB-Vorrundeneinsätze (13 Spiele): Baden - Pilatus/Luzern 25:20, Zofingen - Kadetten-Espoirs/Schaffhausen 18:34, Horgen - Siggenthal 35:30, Steffisburg - Birsfelden 27:27, Wädenswil - Yellow-Pfadi/Winterthur 24:26, Suhr/Aarau - Endingen 29:28.

Das NLB-Klassement nach der Vorrunde: 1. Suhr/Aarau (23 Punkte), 2. Endingen (21), 3 Kadetten-Espoirs/Schaffhausen (17), 4. Horgen (16), 5. Möhlin (16), 6. Steffisburg (15), 7. Siggenthal (14), 8. Baden (13), 9. Altdorf (12), 10. Birsfelden (9), 11. Wädenswil (7), 12. Yellow-Pfadi/Winterthur (6), 13. Zofingen (6), 14. Pilatus/Luzern (5).

Altdorf spielte mit: Marcel Luthiger, Jan Dittli; Marc Vollenweider, Michael Bissig, Dave Zürcher (1), Ivan Fallegger (4), Cyril Keller, Marc Fallegger (4), Flavio Fallegger, Fabian Auf der Maur, Tizian Dossenbach, Yannick Drollinger (2), Mario Obad (4), Marko Koljanin (8).

 

Montag, 30 November 2015 00:00

Hexer Marcel Luthiger rettete Sieg in extremis

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Pilatus/Luzern – HC KTV Altdorf 22:23

Urner dank Top-Defensivleistung aber bedenklicher Chancenauswertung. Klarer Sieg wäre nötig, ja eigentlich zwingend gewesen.

Luthi Yell PfUngewohnte Anspielzeit (Sonntagnachmittag) zum mit Hochspannung erwarteten Innerschweizer Derby in der Luzerner Maihofhalle. In beiden Lagern waren die vorgängig verletzt ausgefallenen Topskorer mit von der Partie: Jan Gwerder bei den Luzerner Aufsteigern, Marko Koljanin bei den Altdorfern. Letzterer wirbelte die Pilatus-Abwehr, trotzdem er noch nicht hundertprozentig „wieder hergestellt“ war, gehörig durcheinander (zehn Treffer), während bei den Platzherren Samuel Weingartner neun- und der erwähnte Gwerder dreimal ins Volle trafen.

18 „Hundertprozentige“ versiebt

Wie schon mehrmals in der laufenden Saison wirkte der Angriff der Altdorfer, über die ganze Spielzeit hinweg betrachtet, speziell aber in der Schlussphase, etwas unkonzentriert. Nichts beweist dies besser als die Tatsache, dass insgesamt gleich anderthalb hundertprozentige Möglichkeiten verscherzt respektive ausgelassen wurden, was auch Headcoach Dani Lussi und Spielertrainer Mario Obad zu Recht kritisierten. „Das Wichtigste ist indessen wohl, dass wir schliesslich beide Punkte - vor rund 200 Zuschauenden, zum Grossteil Urner und Stanser Fans - in den eigenen Reihen zu behalten vermochten. Nun haben wir Zeit, uns auf die kommenden Aufgaben vorzubereiten. Zum nächsten NLB-Fight treten wir erst am 12. Dezember in Möhlin an“, so Lussi. Danach folgt endlich wieder eine NLB-Heimvorstellung: am 19. Dezember gegen Horgen, und danach der Schweizer-Cup-Achtelfinal, ebenfalls in Altdorf (22. Dezember, gegen St. Otmar St. Gallen).

„Luthi“ sei Dank...

In den Reihen des HC KTV Altdorf war, nebst Marko Koljanin, Keeper Marcel Luthiger der eigentliche Matchwinner. Insgesamt durfte er sich eine Superabwehrquote (22 von 54, also 41 Prozent, gegen sein Tor abgefeuerten Bällen) attestieren lassen. Auch wenige Sekunden vor Spielschluss brillierte „Luthi“. Dies, nachdem die Altdorfer (Marius Kasmauskas) einen unnötigen Ballverlust produziert hatten und Fabio Hess (Pilatus/Luzern) allein Richtung KTV-Tor wegzog. Luthiger verwehrte dem Streitobjekt mit seiner Glanztat den Eintritt in den Kasten – Altdorf stand damit definitiv als Siegerformation (23:22) fest.

Der übrige Spielverlauf in Kürze: Altdorf führte nach wenigen Minuten 3:0, nach 10 Minuten 7:3. Bis zur 20. Minute kämpfe sich Pilatus/Luzern auf 9:7 heran. Der 2-Tore-Vorsprung hatte auch zur Pause Bestand (13:11). Nach Wiederaufnahme der Partie war bald der Gleichstand perfekt (14:14). Die Urner erhöhten postwendend die Kadenz (18:15, 20:15). Nach einem Konter (Fallegger) schien die Vorentscheidung zugunsten der KTV-Truppe in der 52. Minute gefallen zu sein. Weil sich die Altdorfer bis zum Schlusspfiff indessen wenig berauschend präsentierten, fünf Treffer kassierten und nur ein mickriges Törchen zu markieren verstanden, lautete das Skore bald 22:21 respektive 23:22, ehe Marcel Luthiger dann mit dem bereits geschilderten „Big-Save“ seine stupende Aufwartung machte.

Altdorf auf dem 9. Rang

Die fünf übrigen Wochenendpartien ergaben folgende Resultate: Möhlin – Kadetten/Espoirs Schaffhausen 28:22, Zofingen – Birsfelden 27:27, Wädenswil – Siggenthal 29:27, Baden – Suhr/Aarau 24:28, Horgen – Steffisburg 29:32.

In der NLB-Zwischenrangliste führen nach elf Spielen weiterhin Endingen (21 Punkte), vor Suhr/Aarau (20) souverän. Es folgen: 3. Horgen (14), 4. Möhlin (14), 5. Siggenthal (14), 6. Kadetten/Espoirs Schaffhausen (13), 7. Steffisburg (13), 8. Baden (11), 9. Altdorf (10/12 Spiele), 10. Birsfelden (7), 11. Wädenswil (7/12 Spiele), 12. Zofingen (5), 13. Yellow/Pfadi Winterthur (4), 14. Pilatus/Luzern (3).

Für Altdorf spielten: Marcel Luthiger, Jan Dittli; Marius Kasmauskas (3), Dave Zürcher, Ivan Fallegger (4), Marc Fallegger (1), Joy Gisler, Flavio Fallegger, Kevin Ledermann, Fabian Auf der Maur (1), Tizian Dossenbach (1), Yannick Drollinger (1), Mario Obad (2), Marko Koljanin (10).

 

Montag, 23 November 2015 00:00

Von Aargauer Express plattgewalzt

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Endingen – HC KTV Altdorf 39:21

Eine böse Abfuhr erlitten die Urner am Sonntag gegen den Leader. Sie mussten allerdings auf das Mittun von Topskorer Marko Koljanin und Keeper Marcel Luthiger verzichten.

Kasmauskas Marius PremDie Vorzeichen für den KTV-Trupp standen zum Vornherein ausgesprochen schlecht. Die verletzungsbedingten Ausfälle der beiden Teamstützen wogen schwer und liessen die Chancen auf ein weiteres „Wunder“ - wie acht Tage zuvor gegen Suhr/Aarau - zum Vornherein gegen null schwinden. Marko Koljanin hatte sich eine Woche zuvor eine Rippenprellung zugezogen und fiel aus, auch Marcel Luthiger sah sich ausserstande, in den Fight einzugreifen. Diese beiden Fakten drückten natürlich auf die Moral der Urner, wie sich mit zunehmender Spieldauer unverkennbar zeigte. Der TV Endingen mit seinen Topakteuren liess sich auf keinerlei Abenteuer ein. Er überrollte die Gäste respektlos. Immerhin verblieb der HC KTV Altdorf auf dem 9. Tabellenplatz, da auch die hinter ihm klassierten Formationen ausnahmslos verloren. Die Resultate: Siggenthal - Pilatus/Luzern 26:23, Kadetten/Espoirs Schaffhausen - Wädenswil 41:36, Zofingen Horgen - 23:31, Birsfelden - Baden 18:27, Steffisburg - Möhlin 24:24, Suhr/Aarau - Yellow/Pfadi Winterthur 31:24. Die Tabelle sieht Endingen mit 21 Punkten, aber einem Mehrspiel gegenüber Suhr/Aarau, mit drei Längen Vorsprung an der Spitze. Horgen und Siggenthal belegen die beiden nächsten Positionen (je 14 Punkte). Es folgen: Kadetten/Espoirs Schaffhausen (13), Möhlin (12), Baden und Steffisburg (je 11), Altdorf (8), Birsfelden (6), Wädenswil (5), Zofingen und Yellow/Pfadi Winterthur (je 4), Pilatus/Luzern (3). Die Träger der roten Laterne werden am kommenden Wochenende den HC KTV Altdorf in der Maihofhalle (Sonntag, 15 Uhr) bei sich zu Gast begrüssen.

Frühzeitiges Rot gegen Kevin Ledermann

Altdorf begann gegen Endingen recht vielversprechend. Marius Kasmauskas, der Litauer in KTV-Diensten, hatte den Posten von Marko Koljanin übernommen. Er war dafür besorgt, dass die Altdorfer schon nach 88 Sekunden mit 2:0 führten. Doch die Aargauer gaben Gegensteuer und rissen das Ruder herum. Nachdem Kevin Ledermann in der 14. Minute im Anschluss an eine diskutable Aktion (Reaktion auf Provokation) die rote Karte gezeigt bekommen hatte, erlitten die Innerschweizer einen weiteren Tiefschlag. Nach 20 Spielminuten lagen sie bereits mit 7:14 im Hintertreffen. Der Rückstand konnte bis zur Pause nicht wettgemacht werden (12:18). Der TV Endingen vergrösserte seinen Vorsprung im Verlaufe der zweiten Halbzeit, führte nach 45 Minuten mit 19:34 und liess sich als klarer Sieger feiern (21:39). Marius Kasmauskas erwies sich in den Reihen des HC KTV Altdorf als mit Abstand bester Skorer (zehn Treffer nach einem Dutzend Abschlussaktionen), vor Marc Fallegger (3). Yannick Drollinger verzeichnete als einziger seiner Truppe eine hundertprozentige Abschluss-Erfolgsquote. Ivan Fallegger schied im Verlaufe der Schlussphase noch verletzt aus, was aus Urner Sicht so ganz in die Tages-Negativbilanz des KTV-Kollektivs passte. Der TV Endingen erhielt übrigens insgesamt vier Zeitstrafen verpasst – Altdorf keine einzige.

Der Kommentar des Endinger Chronisten: „Das hohe Tempo und das schnelle Umschalten auf unserer Seite forderte bei den Altdorfern seinen Tribut. Die Ermüdungserscheinungen waren mit zunehmender Spieldauer deutlich erkennbar. Selbst als wir einmal mit nur vier Mann auf dem Feld standen, vermochten die Innerschweizer keinen Treffer zu landen. Endingen liess sich zu keiner Zeit den Sieg streitig machen. Die Leadertruppe hielt die Konzentration hoch und arbeitete fleissig an der immer deutlicher ausfallenden Tordifferenz.“ Mit dem Schlussresultat zeigte sich TVE-Trainer Michael Spuler höchst zufrieden. Dieses Fazit traf auf die handicapierten Urner, welche immerhin mit einer guten Auftaktphase zu gefallen vermochten, nicht zu... Jetzt ist Wiedergutmachung im wichtigen Spiel gegen Tabellenschlusslicht Pilatus/Luzern angesagt.

Altdorf spielte mit: Jan Dittli, Nicolas Stocker; Marius Kasmauskas (10), Dave Zürcher (2), David Arnold, Ivan Fallegger (1), Cyril Keller, Marc Fallegger (3), Joy Gisler, Kevin Ledermann, Fabian Auf der Maur, Tizian Dossenbach (2), Yannick Drollinger (1), Mario Obad (2).

 

Sonntag, 15 November 2015 00:00

Sensation: Leader respektlos vom Podest gestossen

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HC KTV Altdorf – HSC Suhr/Aarau 30:27

Urner warteten gegen den bisher verlustpunktelosen Leader mit der besten Saisonleistung auf. Marko Koljanin Topskorer mit 12 Treffern.

kassuhDie Aargauer waren mit dem allgemein als bestdotierten (und breitesten) Kader in die neue NLB-Saison gestartet. Und wurden den erteilten Vorschusslorbeeren bislang gerecht. Nach acht Runden zierten sie verlustpunktelos die Zwischenrangliste. Nun weilten sie am Samstagabend in der Feldliarena zu Gast. Über 300 Kiebitze waren gekommen, um sich die angekündigte Schau nicht entgehen zu lassen. Der HC KTV Altdorf rehabilitierte sich für die acht Tage zuvor kassierte peinliche Niederlage gegen Wädenswil in allen Belangen. Die Truppe von Spielertrainer Mario Obad und Headcoach Dani Lussi lieferte einen begeisternden Fight, den beeindruckendsten im Verlaufe der noch jungen Saison, ab. Sie startete fulminant, zeigte vor grossen Namen keinerlei Respekt und reduzierte die vorgängig immer wieder viel zu hohe Quoten an technischen Unzulänglichkeiten und versiebten hundertprozentigen Chancen signifikant. Kam hinzu, dass die Aargauer unter dem Zepter von Cheftrainer Markus Jud die Innerschweizer mit einiger Sicherheit etwas unterschätzt hatten. Doch zurück zu den Gastgebern: Sie zeigten sich vor der viel zitierten Übermacht der Besucher alles andere als beeindruckt, entwickelten vom Anpfiff weg viel Druck, Zug aufs gegnerische Tor und Ideenvielfalt. Einmal mehr blitzten immer wieder die Fähigkeiten der beiden Kroaten Mario Obad (Spielertrainer) sowie Topskorer Marco Koljanin auf, der gleich ein volles Dutzend Mal ins Volle traf und sich auch den ihm im Verlaufe der Partie geschenkten Spezialbewachungsaktionen immer wieder zu entziehen vermochte.

Vorübergehende Drei-Tore-Führung

koljanin aarau filteredEs war der infolge Krankheit acht Tage zuvor pausierende, jetzt aber wieder topfit wirkende Marius Kasmauskas, der das Auftaktzeichen setzte. Obad und Koljanin doppelten nach. Später lautete das Skore 6:6 und 8:8. Danach liessen Koljanin, Kasmauskas und Obad die Drei-Tore-Führung (11:8) ihrer Truppe – unter den verdienten Ovationen des Heimpublikums – Tatsache werden. Der KTV überzeugte bis zur Pause als Kollektiv und entwickelte viel Spielleidenschaft, liess sich durch gegnerische Treffer nicht sonderlich irritieren (ein Verdienst der kompakt wirkenden Abwehr, mit einem immer wieder überzeugenden Marcel Luthiger im Kasten), um nach Ablauf der ersten Halbzeit mit 15:13 in Front zu liegen.

Gleichstand nach 44 Minuten

Suhr/Aarau war in der Folge drauf und dran, der Partie die angestrebte Wende zu verleihen, dabei immer wieder von seinem „Leitwolf“ Mischa Kaufmann (elf Treffer insgesamt) und den beiden Toppers Kubaljia (7) und Josic (5) profitierend. Eine gute Viertelstunde vor Spielschluss hatten die Gäste ausgeglichen (20:20). Die Altdorfer liessen sich deswegen nicht entmutigen. Sie blieben ihrem eingeschlagenen System treu und vermochten sich bis zur 56. Minute wieder mit drei Längen abzusetzen (27:24). Suhr/Aarau gelang es in der Folge nicht mehr, zu reagieren. Zweimal Marius Kasmauskas sowie Ivan Fallegger waren schliesslich für die angestrebte „30“ zuständig, während Marcel Luthiger seinerseits zweimal mit Sondereinlagen beeindruckte. Interessantes Detail: Altdorf hatte zwei, Suhr/Aarau fünf Zeitstrafen zu verkraften. Um gleich bei den Statistiken zu verbleiben: Dave Zürcher und Yannick Drollinger verzeichneten je hundertprozentige Abschlusserfolgsquoten, Marko Koljanin 92, Fabian Auf der Maur und Tizian Dossenbach 60, Marius Kasmauskas 57, Mario Obad und Ivan Fallegger je 50. Marcel Luthiger parierte neun von 34 Geschossen.

Stimmen zum Spiel, Resultate, Tabelle, nächste Einsätze

marccaptaarschirisKTV-Headcoach Dani Lussi: „Wille und viel Disziplin prägten die Partie unsererseits. Das Team glaubte stets an seine Fähigkeiten. Es verdient ein vorbehaltloses Kompliment.“

HSC-Cheftrainer Markus Jud: „Altdorf überzeugte als Kollektiv, das sich die Sensation stets vor Augen hielt. Es blieb seiner Linie bis zuletzt treu. Negativ machten sich bei uns erwartungsgemäss die verletzungsbedingten Ausfälle von Martin Prachar sowie Lukas Strebel bemerkbar.“

Die weiteren NLB-Resultate des Wochenendes: Pilatus/Luzern – Espoirs/Schaffhausen 31:31, Wädenswil – Steffisburg 30:33, Horgen – Birsfelden 35:28, Möhlin – Zofingen 36:20, Yellow-Pfadi/Winterthur 25:32. – Das Klassement: 1. Endingen (10/19), 2. Suhr/Aarau (9/16), 3. Horgen und Siggenthal (je 9/12), 5. Espoirs/Schaffhausen und Möhlin (je 9/11), 7. Steffisburg (9/10), 8. Baden (9/9), 9.Altdorf (10/8), 10. Birsfelden (9/6), 11. Wädenswil (10/5), 12. Zofingen (9/4), 13. Yellow/Pfadi Winterhur (10/4), 14. Pilatus/Luzern (3).

Am Samstag, 22. November, tritt der HC KTV Altdorf in Endingen, am 29. November in Luzern gegen Pilatus/Luzern, am 12. Dezember in Möhlin an. Der nächste Heimfight der Urner steht am 19. Dezember gegen Horgen bevor.

Altdorf spielte mit; Marcel Luthiger, Jan Dittli; Marius Kasmauskas (4), Dave Zürcher (1), Ivan Fallegger (1), Marc Fallegger, Joy Gisler, Flavio Fallegger, Kevin Ledermann, Fabian Auf der Maur (3), Tizian Dossenbach (3), Yannik Drollinger (1), Mario Obad (5), Marko Koljanin (12).

Sonntag, 08 November 2015 00:00

Das war nicht das Gelbe vom Ei...

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Altdorf – Wädenswil 31:33

Einen schlechten Tag zog der KTV-Trupp vor 400 Zuschauern in der Feldliarena ein. Fazit: unnötige Niederlage und keine Äufnung des Zählerkontos.

obadmario wädens filteredGrübeln über zwei unbedarft verscherzte Punkte bringt erfahrungsgemäss wenig. Doch bezüglich der Mutmassungen, die einen mehrheitlich schwachen HC KTV Altdorf zu Werke gehen sahen, könnten immerhin deren zwei in den Vordergrund gerückt respektive entsprechende Fragen aufgeworfen werden: War es der Ausfall des erkrankten Marius Kasmauskas, der das Teamgefüge auseinanderdriften liess (was ja eigentlich gar nicht der Fall sein dürfte) oder ganz einfach eine gewisse Portion Überheblichkeit, gegen den bislang Tabellenvorletzten keine hundertprozentige Leistung in die Waagschale werfen zu müssen? Die Antwort weiss nur der Wind. Aber wer – wie der HC KTV Altdorf am Samstagabend – 19 (in Worten neunzehn...) hundertprozentige Chancen versiebt und 13 (dreizehn...) technische Fehler begeht, darf sich einfach nicht wundern, wenn programmierte Punkte bachab schwimmen. Jammern ist müssig. Vielmehr muss leistungsmässig dringend Remedur geschaffen werden und insbesondere an der Verbesserung der Chancenauswertung hart gearbeitet werden. Doch was erklärte Headcoach Dani Lussi nach dem verlorenen Match? „Der Gegner hat den Sieg nicht gestohlen, er tat ganz einfach mehr fürs Spiel.“

Die „Hand Gottes“

zürcherdav wädenswil filteredDer gewiefte Sportfreund erinnert sich an eine Begebenheit, die sich im Rahmen der Fussball-Weltmeisterschaften im Jahre 1986 zugetragen hatte. Als das legendäre Schlitzohr Diego Maradona ein Tor unter Zuhilfenahme seiner Hand (sanktionslos) erzielt hatte, ging das geflügelte Wort der „Hand Gottes“ um den Globus. Als nun ein Offizieller der Wädenswiler am Samstag vor dem Zeitnehmertisch kolportierte, sein Team habe ebenfalls „ausserirdische“ Kräfte mobilisiert, war natürlich männiglich darauf gespannt zu erfahren, was es damit genau auf sich hatte. Des Rätsels Lösung: Es waren offenbar tatsächlich Kontakte zu Generalvikar Martin Kopp sowie dem auf der wäd filteredPfarrherrn aus Schattdorf, German Betschart, geknüpft worden – beide früher aufgrund ihrer seelsorgerischen Tätigkeiten eng mit Wädenswil verbunden –, dies mit der Bitte, beim Allmächtigen eine Fürbitte einzubringen, dem Sieg der Zürcher zu Gevatter zu stehen. „Es geht uns ganz einfach darum, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, den Abstieg unseres Teams zu verhindern“, gab der Offizielle mit einem Augenzwinkern zu Protokoll, dabei nur so ganz beiläufig von der erwähnten „Hand Gottes“ Maradonas zu sprechen... Wie sagte doch der Erzähler eines Märchens vom klugen Schneiderlein (Gebrüder Grimm)? „Wers nicht glaubt, zahlt einen Taler...“

Doch zurück zum Geschehen auf dem Handballfeld. Der HC KTV Altdorf tat sich vorweg mit der offensiv angelegten Abwehr der Wädenswiler und den effizient vorgetragenen Angriffen der Gäste schon vom Anpfiff an sichtlich schwer. Die (zu) häufigen Ballverluste der Einheimischen quittierten die Besucher regelmässig mit blitzschnell vorgetragenen Konterattacken. Altdorfs Deckung sah sich immer wieder ausgepunktet.

Zum Spielverlauf

fall mar wäd filteredDer HC KTV Altdorf lag bis zur 20. Minute mehrheitlich im Rückstand, ehe dann Marko Koljanin, Fabian Auf der Maur und Dave Zürcher einen Zwei-Tore-Vorsprung für das Heimteam herauszuwirtschaften vermochten und den Bann zu brechen schienen. Doch nichts da: Bis zum Pausenpfiff waren die vorübergehend in Unterzahl agierenden Zürcher wieder für den Gleichstand (15:15) besorgt.

Die Anmahnungen von Spielertrainer Mario Obad (mit neun Treffern an diesem Abend auch klar erfolgreichster Skorer) und Headcoach Daniel Lussi, während der zweiten halben Stunde konzentrierter zu agieren und in der Deckung konsequenter zu arbeiten, wurden vom KTV-Kollektiv nur bedingt nachvollzogen. Immerhin vermochte auch der zwischenzeitlich zwischen die Pfosten beorderte Jan Dittli mit einigen Topparaden sein Team vor dem Ärgsten zu verschonen. Als das Skore nach 50 Minuten bei 26:26 stand, tat sich – wie sich nachträglich herausstellte – Vorentscheidendes. Ein rüdes Foul an Ivan Fallegger am Wädenswiler Kreis ahndeten die Unparteiischen nicht, massen auf der Gegenseite dann aber gleich zweimal mit völlig ungleichen Ellen. Prompt resultierte daraus das 26:28. Alarmstufe eins war damit im KTV-Lager definitiv ausgelöst, zumal auch der Drei-Schritte-Regel, bei einer Wädenswiler Aktion, seitens der Refs keinerlei Nachachtung verschafft worden war. Beim Stande von 28:31 versuchten die Altdorfer, der Partie noch eine Wende zu verleihen – umsonst. Die clever zur Sache gehenden Zürcher verteidigten das eroberte Terrain bis zuletzt erfolgreich, nachdem die Platzherren auch das Kunststück fertig brachten, mit einem Konter (unglaublicher Ballverlust beim Stand: von 30:32) nicht zu reüssieren, dafür Wädenswil indessen im Gegenzug kaltschnäuzig das 30:33 realisierte. Fabian Auf der Maurs abschliessendes 31:33 kam zu spät, um noch etwas Entscheidendes bewirken zu können.

Nachdem über das Wochenende nur noch die Partie Siggenthal – Endingen (24:31) ausgetragen wurde, präsentiert sich die „heisse Zone“ am Tabellenende nun wie folgt: 10. Altdorf (9/6), 11. Wädenswil (9/5), 12. Zofingen (8/4), 13. Yellow/Pfadi Winterthur (9/4), 14. Pilatus/Luzern (8/2). – Am kommenden Samstag empfängt der HC KTV Altdorf in der Feldliarena den (noch verlustpunktelosen) Tabellenzweiten HSC Suhr/Aarau (19 (!) Uhr, Feldliarena).

Altdorf spielte mit: Marcel Luthiger, Jan Dittli; Michael Bissig, Dave Zürcher (1), Ivan Fallegger (4), Cyril Keller, Marc Fallegger (3), Joy Gisler, Kevin Ledermann, Fabian Auf der Maur (4), Tizian Dossenbach (4), Yannick Drollinger (1), Mario Obad (9), Marko Koljanin (5).

 

Mittwoch, 28 Oktober 2015 00:00

Nerventhriller – und drei rote Karten

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Schweizer Cup: BSV Stans (1. Liga) – HC KTV Altdorf (NLB) 26:29

Wie erwartet wurde das Urschweizer Derby am Dienstagabend zum grossen Showdown. Urner jetzt im schweizerischen Achtelfinal!

fall marc zurückWas zu erwarten war, traf zu hundert Prozent ein: Die Eichlihalle in der Nidwaldner Metropole entwickelte sich zum Hexenkessel. Auf dem Programm stand nämlich der Schweizercup-Sechzehntelfinal zwischen den beiden Innerschweizer Klubs. Dazu fanden sich 621 (registrierte) Zuschauende ein, darunter ein beachtlicher Harst Urner Handballfreunde. Die Partie wurde zum knisternden Aufeinandertreffen, das bezüglich 10 000-Volt-Spannung bis zur letzten Minute von den Sesseln riss. Zum einen waren da die Gastgeber (klare Leader in der 1.-Liga-Meisterschaft der Gruppe 2 - 12 Punkte nach sechs Einsätzen mit einem stolzen Skore von 212:139), in deren Reihen der vormalige Altdorfer Topskorer und gegenwärtige BSV-Spielertrainer, Thomas Mohenski, seine Visitenkarte abgab, zum andern der KTV-Trupp, welcher drei Tage zuvor eine schmerzliche Niederlage im Rahmen der achten NLB-Runde gegen Baden kassiert hatte (22:29).

Auf der Spielerbank der Altdorfer nahm als Coach für einmal der noch immer rekonvaleszente Stammspieler Marc Fallegger Platz genommen. Dani Lussi (langjähriges Ehrenmitglied des BSV Stans, jetzt Headcoach beim HC KTV Altdorf) hatte nämlich schon früher versprochen, ein allfälliges „Ernstfall“-Aufeinandertreffen der beiden Urschweizer Kontrahenten nur von der Tribüne aus zu verfolgen...

Im Vorfeld der Begegnung (souveräne Leitung: Reto Bär / Beat Süess) waren die beiden Teams selbstredend durch ihre versierten „Physio-Fachleute - für den HC KTV Altdorf Koen Haelters - optimal auf die schwierige Mission vorbereitet worden, während die Spielertrainer (Altdorf: Mario Obad) in beiden Lagern alles unternahmen, um ihre Formationen mental auf Vordermann zu bringen und aufs Spielkonzept einzuschwören.

Imfelds verwerfliche „Tat“

Die Partie stand im Zeichen beherzter Körperkontakte, die oft das gesunde Mass allerdings etwas überschritten. So ballerte der Stanser Topskorer Christian Imfeld etwa einen Penaltyball (bereits nach 01.29) mitten ins Gesicht von KTV-Keeper Marcel Luthiger. Reglementsgemäss erhielt der Nidwaldner für diese Aktion die rote Karte vor die Nase gestreckt. Auch die beiden Altdorfer Kevin Ledermann und Fabian Auf der Maur sahen sich (beide nach drei Zeitstrafen) im Verlaufe der Partie mit der roten Karte vorzeitig verabschiedet. Insgesamt deckten die Schiedsrichter den HC KTV Altdorf zehnmal mit Zwei-Minuten-Strafen ein, den BSV Stans nur gerade dreimal.

Vom HC KTV Altdorf profilierten sich die beiden Kroaten Marko Koljanin und Mario Obad mit sieben (wie beim BSV Stans Nicolai Christensen) respektive sechs Treffern. Es folgten Fabian Auf der Maur und Marius Kasmauskas (je vier) sowie Ivan Fallegger (drei). Hundertprozentige Erfolgswurfquoten liessen sich seitens des HC KTV Altdorf Joy Gisler und Yannick Drollinger notieren. Spezielle Erwähnung verdient die Leistung der beiden Altdorfer Torsteher: Marcel Luthiger parierte in der ersten Halbzeit zehn (35 Prozent), Jan Dittli während der zweiten Spielhälfte sechs (47 Prozent) der gegen das KTV-Tor abgefeuerten Bälle. Beide KTV-Schlussleute zeichneten sich auch als erfolgreiche Penaltykiller aus.

Der Matchverlauf im Zeitraffer

Das erste Tor der Partie erzielte Fabian Auf der Maur (Zeit: 02.39). Nach zehn Minuten lautete das Skore 5:3 zugunsten der Platzherren. Altdorf legte in der Folge einen Zahn zu, um in der 14. Minute auszugleichen und bis zur 19. Minute mit 10:5 in Front zu liegen. Vier Minuten vor der Pause machte die KTV-Reserve bereits sieben Längen (15:8) aus. Die Seiten wurden beim Stande von 16:11 gewechselt.

Im Verlaufe der zweiten Halbzeit machten die Stanser frühzeitig Terrain gut – an einen „Spaziergang“ ihrer Widersacher war somit nicht (mehr) zu denken (34. Minute: 16:14). Der Ausgang der Begegnung war damit wieder komplett offen geworden, zumal der BSV Stans elf Minuten vor Time gar auf eine Länge (22:21) verkürzt hatte. Der angestrebte Gleichstand glückte den Nidwaldnern auch in der Folge indessen nie. Nach der 55. Minute (25:24) hatten die Urner leichte spielerische Vorteile zu verzeichnen, um ihren Vorsprung schliesslich durch Ivan Fallegger (Zeit: 59.17) und Mario Obad (59.57, Penalty) zu zementieren (29:26). Altdorfs Headcoach (auf der Tribüne) nach dem durchwegs bis zuletzt von den Sitzen reissenden Match: „Wir hätten die Partie unbedingt klarer zu unseren Gunsten gestalten können – ja müssen. Ich zählte 23 (!) nicht verwertete Topchancen auf unserer Seite. Teilweise stellten wir uns im Angriff etwas zu unprofessionell an. Dies war auch im Deckungsbereich ab und zu der Fall.“

Mit Spannung wird im Lager des HC KTV Altdorf nun die Auslosung der Cup-Achtelfinalbegegnungen erwartet. Mit ihr ist anfangs nächster Woche zu rechnen, da die letzten Sechzehntelfinalpartien erst am Samstag ausgetragen werden.

Altdorf spielte in Stans mit: Marcel Luthiger, Jan Dittli; Michael Bissig (2), Marius Kasmauskas (4), Dave Zürcher, Ivan Fallegger (3), Cyril Keller, Joy Gisler (1), Kevin Ledermann, Fabian Auf der Maur (4), Tizian Dossenbach (1), Yannick Drollinger (1), Mario Obad (6), Marko Koljanin (7).

 

Sonntag, 25 Oktober 2015 00:00

Die Mär vom Hornissenschwarm

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STV Baden – HC KTV Altdorf 30:22

Höhenflug der Urner abrupt gestoppt. Jetzt werden am spielfreien nächsten Wochenende die Wunden geleckt.

obad mario 7x gegen badenEigentlich war erwartet worden, dass die Altdorfer aus Baden Punkte entführen würden. Dies umso mehr, als die Gastgeber verlauten liessen, bislang noch nicht richtig ins neue Championat gefunden zu haben und unter ihrem Wert geschlagen worden zu sein. Diese Einschätzungen widerlegten die Aargauer am Samstagabend gleich selber aufs Gründlichste. Sie warteten mit einer mehrheitlich geschlossenen Leistung auf, welche offensichtlich auch die vereinseigenen Auguren ins Schwärmen versetzte. Sie sahen den STV „von einer völlig anderen Seite“, wie sie im Rahmen der Matchanalyse von sich verlauten liessen. Und weiter: „Unser Kollektiv machte den hochkarätigen Urnern das Leben schwer – es trat wie ein Hornissenschwarm auf und zelebrierte recht eigentlich sehr guten Handballsport, wie er eigentlich vor Meisterschaftsbeginn erhofft worden war“.

Verpatzter Auftakt der Urner

Obige Aussagen müssen indessen zumindest etwas relativiert werden. So wirkte die KTV-Deckung alles andere als unwiderstehlich, schnitzerte immer wieder und sah sich schon nach gut acht Minuten mit 1:5 ins Hintertreffen manövriert respektive brachte es fertig, bis zu diesem Zeitpunkt keinen einzigen Treffer aus dem Spiel heraus realisiert zu haben: Das einzige Tor markierte vorderhand Altdorfs Spielertrainer Mario Obad mittels Penalty. Dank einer zusehends besser werdenden Effizienz im Angriff gelang es den Urnern in der Folge, Terrain gut zu machen. Nach 20 Minuten hatten sie auf 6:5 verkürzt, um zur Pause nur mit zwei Längen in Verzug zu liegen (13:11 für die Aargauer). Die elf erzielten Treffer bildeten für die Innerschweizer keine besondere Ruhmeskarte, auch wenn sich die gegnerische Defensive immer wieder zu profilieren verstand, angeführt von einem stupenden Schlussmann (Marco Wyss). Er liess sich während der ganzen Spielzeit eine stolze vierzigprozentige Abwehr-Erfolgsquote attestieren. Auf der Gegenseite vermochte Marcel Luthiger keine Zeichen zu setzen, um kurz vor dem Tee entnervt Jan Dittli Platz zu machen. Dieser liess sich in der Folge eine gute 30-Prozent-Erfolgsquote bescheinigen.

Im Angriff wirkte Kanonier Marko Koljanin relativ blass. Er traf - bei 13 Versuchen - nur viermal ins Volle. Dazu bleibt anzumerken, dass er mehrmals bös gefoult wurde, doch klar fällige 2-Minuten-Verdikte seitens der Unparteiischen blieben unbegreiflicherweise immer wieder aus. Anderseits war Spielertrainer Mario Obad für sieben Tore besorgt.

Wie Koljanin durfte sich Ivan Fallegger viermal als Skorer feiern lassen. Hundertprozentige Abschlusserfolgsquoten realisierten Fabian Auf der Maur und Tizian Dossenbach (2/2). A propos Erfolgstorschützen: Bei Baden traf Florian Legoll, der vom HC KTV Altdorf kaum je wirkungsvoll an die Leine gelegt werden konnte, achtmal - bei neun Versuchen...

Doch zurück zum Spielgeschehen: Altdorf schloss gleich nach dem Tee bis eine Länge zu den Aargauern auf, um nach 42 Minuten wieder deutlich zurück zu liegen (16:20). Sechs Minuten vor dem Abpfiff schöpften die Urner nochmals Hoffnung (22:24), um sich danach jedoch definitiv ins Abseits drängen respektiv den Vorwärtsgang nicht eingeschaltet zu lassen. „Heute ist kaum einer auf seine Normalform gekommen. Wir fanden gegen die Badener Offensivverteidigung kein Rezept. Am Schluss gaben unsere Akteure den Glauben an sich unbegreiflicherweise auf – vier kassierte Gegenstosstreffer legten Zeugnis davon ab“, resümierte KTV-Headcoach Dani Lussi konsterniert.

Übrige Resultate und Tabelle

Die weiteren Ergebnisse der NLB-Meisterschaft vom Wochenende: Steffisburg – Pilatus/Luzern 32:24, Zofingen – Wädenswil 32:27, Yellow/Pfadi Winterthur - Birsfelden 27:29, Horgen – Möhlin 31:34, Endingen – Kadetten/Espoirs Schaffhausen 33:32, Suhr/Aarau – Siggenthal 36:24.

In der NLB-Tabelle führen (nach acht von 26 Runden) weiterhin ohne Punktverlust Endingen sowie Suhr/Aarau (je 16 Punkte). Es folgen: 3. Siggenthal (12), 4. Kadetten/Espoirs Schaffhausen und Horgen (je 10), 6. Möhlin (9), 7. Steffisburg (8), 8. Baden (7), 9. Birsfelden und Altdorf (je 6), 11. Zofingen (4), 12. Yellow/Pfadi Winterthur sowie Wädenswil (je 3), 14. Pilatus/Luzern (2).

Nun bleibt zu hoffen, dass sich der HC KTV Altdorf am Dienstagabend im Rahmen des Schweizer-Cup-Sechzehntelsfinals in Stans (Anspielzeit in der Eichlihalle: 20.15 Uhr) wieder während 60 Minuten seiner Qualitäten besinnt und beim „Underdog“ (Leader in der 1.-Liga-Gruppe allerdings...) für die Achtelfinals qualifiziert.

Am kommenden Wochenende ruht der NLB-Meisterschaftsbetrieb. Acht Tage später (am 7. November) gastiert 1.-Liga-Aufsteiger Wädenswil beim HC KTV Altdorf.

 

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