Montag, 28 September 2020 12:49

Wichtiger Derbysieg in Emmen

geschrieben von Spielbericht
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Handball Emmen – HC KTV Altdorf 24:25 (14:12), 26.9.20 Emmen Rossmoos

 

In einer ausgeglichenen und hart umkämpften Partie behalten die Urner mit 24:25 die Oberhand. Mit dem dritten Sieg in Serie beisst sich der KTV an der Tabellenspitze fest.

 

Die Ansage von Spielertrainer Mario Jelinic war klar. Der KTV will sich nicht auf diesen hektischen Emmer „run and gun“-Handball einlassen. So entwickelte sich von Beginn weg ein geordnetes Spiel, welches über Positionsangriffe geführt wurde. Angeführt von siebenfachen Torschützen Luka Kovacevic erwischte das Heimteam den besseren Start. Vier Altdorfer Tore in Serie verwandelten den 4:1-Fehlstart aber postwendend in eine erste Führung. Mit bis zu drei Toren konnte sich der KTV absetzten, als die Luzerner mit Yannick Schnellmann die spielbestimmende Figur ins Tor beorderten. Seinen Paraden verdankt Handball Emmen den Umschwung vor der Pause. Mit der letzten Aktion vor dem Seitenwechsel konnte Mario Jelinic für den KTV immerhin noch auf 14:12 verkürzen und holte dazu noch eine Zeitstrafe gegen Emmen heraus. Neben dem sechsfachen Torschützen Jelinic sorgten offensiv auch Mario Obad und Fabian auf der Maur mit 5 Toren für Furore. Ein Lebenszeichen, welches die Weichen für die zweite Halbzeit stellen soll.

 

Doch es war das Heimteam, das wieder auf plus drei stellte. Das Momentum in der Folge stark Schwindel gefährdet, so schnell wie es sich drehte. Der KTV glich vom 15:12 zum 15:15 aus, nur um danach das Heimteam wieder auf 19:15 (44') ziehen zu lassen. Auch der KTV wechselte nun auf der Torhüterposition. Wie Emmens Schnellmann vor der Pause fand auch Christian Amrein gut in die Partie und trieb seine Farben nochmals an. Ein 7:0-Lauf die Folge, ein Drei-Tore-Polster für die letzten zehn Spielminuten Tatsache. Ganze drei Minuten hielt es, bevor das Heimteam mit drei Toren in Serie wieder ausglich.

 

Christian Constantin sagte einst: „Es ist der Totomat, der zählt.“ Nicht aber, wenn die Person an der Anlage nicht ganz der Höhe ihrer Aufgabe ist. In der ersten Halbzeit stimmte der angezeigte Spielstand nicht, nach dem Einwand der Urner wurde das fehlende Tor aber schnell nachgetragen. Nun war es das Heimteam, welches monierte, dass dem KTV im vorletzten Angriff ein Tor zu viel geschrieben worden wäre, das Chaos perfekt. Die Spieluhr und der vom Zeitnehmertisch geführte Liveticker waren aber einstimmig. So bestätigten die Schiedsrichter nach einer kurzen Besprechung mit den von Emmen gestellten Funktionären den aktuellen Spielstand von 23:24.

 

Zurück zum Spiel. Für die Altdorfer stellte sich nicht die Frage ob, sondern wann Mark Schelbert dem Emmer Angriffsspiel seinen Stempel aufdrücken wird. Doch weder er, noch der mittlerweile blasse Luka Kovacevic übernahmen und so sprang der noch junge Antonio Kim in die Bresche und übernahm die Verantwortung. Emmen kam eine Minute vor Schluss beim Stand von 24:25 in Ballbesitz. Der letzte Abschluss landete an den Armen von Keeper Amrein, der seinen starken Antipoden Schnellmann (47%) mit einer Abwehrquote von 58% noch übertraf und den KTV Altdorf jubeln liess. Der KTV verzichtete in den verbleibenden 15 Sekunden auf den letzten Abschluss und spielten stattdessen die Uhr zum knappen Auswärtssieg herunter. Die Geschichte dieser Rivalität ist um ein Kapitel reicher.

 

Mit drei Siegen in Serie ist der Start in die neue Spielzeit geglückt. Nebst der des KTV blieben auch die Westen von Olten und Muri weiterhin weiss. Nach diesem Trio öffnete sich eine Lücke von vier Punkten zum Rest der Liga. Doch bereits am nächsten Samstag wird im Heimspiel gegen Olten ein Team Federn lassen und die Lücke wird sich wieder schliessen.

 

Für den KTV spielten:

Marcel Luthiger/Christian Amrein/Jan Dittli; Luca Aschwanden, Manuel Gisler, David Arnold (3), Ivan Fallegger (1), Daniel Baumann, Marco Inderbitzin, Kevin Ledermann (1), Fabian auf der Maur (5), Mario Obad (5), Mario Jelinic (6/2), Tomas Adamcik (4)

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