Donnerstag, 29 August 2019 12:49

Der KTV Altdorf greift wieder an

geschrieben von Spielbericht
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Die Altdorfer Handballer starten am Samstagabend mit dem Derby im Muotathal in die neue 1. Liga Saison. Gleich zum Meisterschaftsstart wartet auf die aufstiegsambitionierten Urner ein echter Gradmesser.

 

Neue Liga

 

Im letzten Frühling musste sich der KTV mit dem Abstieg nach jahrelanger Nationalligazugehörigkeit aus der NLB verabschieden. In der kommenden Saison kämpfen die Altdorfer in der dritten der vier Erstligagruppen um den Wiederaufstieg. Dabei warten neue und teils unbekannte Gegner auf die Urner. Dazu gehören die Thaler mit Sicherheit nicht. Als würde die geografische Nähe nicht reichen, ist da sicherlich noch das in der Verlängerung verlorene Cupspiel der Vorsaison im Hinterkopf. Ebenfalls in der gleichen Gruppe befindet sich Mitabsteiger Emmen, der HC Kriens und der TV Dagmersellen aus dem Luzernischen. Zu den Aargauer Vereinen Muri und Wohlen könnte man wohl auch den HV Olten dazuzählen, arbeiten die doch seit Jahren eng mit dem Nachwuchs von Suhr-Aarau zusammen. Die weiten Auswärtsfahrten werden somit vorerst umgangen, zumindest bis zur Weihnachtspause.

 

Neuer Modus

 

Alle vier Achtergruppen spielen in einer Doppelrunde bis im Dezember um jeweils zwei Plätze in der Finalrunde. Die übrigen sechs Teams müssen in die Abstiegsrunde. In der angestrebten Finalrunde werden dann die zwei Aufsteiger in die NLB ermittelt. Sicherlich ein harter Modus, kann doch ein schwacher Saisonstart bereits alle Aufstiegsambitionen begraben. Doch der sofortige Wiederaufstieg wurde klar als Ziel definiert. Dazu muss nun zuerst die Hürde Finalrunde übersprungen werden.

 

Neuer Trainer

 

Zum Kopf dieses Unterfangens wurde der Kroate Mario Jelinic gemacht. Der 2.01 Meter-Hüne machte sich in der Schweiz bereits bei GC Amicitia Zürich einen Namen, bevor er die letzten Saisons in Luxemburgs höchster Liga spielte. Dort bildete er sich als Trainer fort und übernahm die tragende Rolle in der Nachwuchsausbildung. Seit Juni führt er nun die erste Mannschaft als Spielertrainer. Unterstützt wird er dabei von Torhütertrainer René Joller, der noch enger als letzte Saison an die erste Mannschaft gebunden wurde.

Dabei erwartet Jelinic von sich und der Mannschaft vor allem eines: Disziplin. Sei es das frühzeitige Erscheinen zu den Trainingseinheiten, das konsequente zu-Ende-Spielen der Angriffsauslösungen oder schlichtweg das Tragen der zur Verfügung gestellten Ausrüstung. Man kauft ihm ab, dass er einen klaren Plan zum Erfüllen der Ziele hat, der nur konsequent genug verfolgt werden soll. Zu diesem Plan gehörte auch nochmals die Steigerung des Trainingsumfangs. Fünf Einheiten warteten in den meisten Vorbereitungswochen auf die Mannschaft.

 

Neue Spieler

 

Doch die Verpflichtung von Jelinic blieb nicht die einzige Veränderung im Kader der Urner. Gerade im Rückraum musste die sportliche Leitung um Mirko Funke und Markus Brand nach den Abgängen von Marius Kasmauskas, Edvinas Vorobjovas und Amer Zildzic reagieren. Mit Benjamin Vizi und Alexsandar Stojanovic wurden zwei klassische Shooter verpflichtet. Während Linkshänder Stojanovic trotz seiner Gardemassen, abgesehen vom Abschluss, eher filigran auftritt, gehört der der Ungare Vizi doch eher zum Typ Dampfwalze. Dazu gesellt sich der junge Mittelmann Luca Aschwanden, der trotz seines zarten Alters erstmals in das Haifischbecken Herren 1 geworfen wird. Das bisherige Torhütergespann wird mit Theo Ulrich ergänzt. Er spielt bereits länger Handball als das halbe Team alt ist; die für einen Torhüter notwendige Routine bringt er auf jeden Fall mit. Wohl noch wichtiger als die Neuzugänge ist die Zusage der Urner Spieler, beim Projekt Wiederaufstieg mitzuziehen und den dafür notwendigen Aufwand zu betreiben. Gleich zwölf einheimische Spieler sind auf der beim Verband gemeldeten Kaderliste zu finden.

 

Erstes Spiel

 

Nach der langen, kräftezehrenden und hoffentlich auch kräfteaufbauenden Vorbereitungsphase, folgt nun wieder der schöne Teil des (Handballer-)Lebens. Die Spielplanverantwortlichen des Verbandes sehen dies ähnlich und servieren gleich ein absolutes Highlight zum Saisonstart: Derbyatmosphäre in der Mehrzweckhalle, der Muotathaler Ulrich zwischen den Pfosten des KTV gepaart mit der Unsicherheit über den aktuellen Formstand zum Meisterschaftsbeginn. 

Der Kader des Heimteams ist dabei vor allem eines, einheimisch. Auch ohne die grossen auswärtigen Verstärkungen präsentieren die Schwyzer ein starkes Kollektiv, welches mit Tempohandball und einer unerreichten Heimstärke fleissig Punkte sammeln wird. Im eigenen Vorbereitungsturnier konnte mit Vertretern aus der NLB gut mitgehalten werden. Speziell wird das Spiel sicherlich für den ehemaligen Altdorfer Martin Betschart, der sich seit letzter Saison wieder das Trikot seines Stammvereins überstreift. Angepfiffen wird um 19:00 in der Muotathaler Mehrzweckhalle und dank des gesperrten Axens geht das Abenteuer Saison 2019/20 für die Urner bereits mit der Anreise los.

 

Teamfoto 1920

Gelesen 647 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 29 August 2019 12:55
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