Donnerstag, 11 April 2019 08:49

Da waren’s nur noch drei

geschrieben von Spielbericht
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Handball Emmen – HC KTV Altdorf, 13.4.19 20:00 Emmen Rossmoos

 

Mit einem Heimsieg gegen Wädenswil/Horgen verabschiedet sich die Winterthurer Espoirs-Truppe am Mittwochabend aus dem Abstiegskampf. Dem HS Biel fehlen dazu noch zwei Punkte. Der Verlierer im Abstiegsgipfel vom Samstagabend zwischen Emmen und Altdorf muss den Gang in die erste Liga antreten.

 

Als wäre das Derby gegen Emmen nicht schon eine besondere Affiche. Da wäre der Emmer Kader mit einigen bekannten Gesichtern. Allen voran Marcel Luthiger, der Altdorfer Torhüter in Diensten Handball Emmens, der sich im Feldli den Übernamen Zerberus eingespielt hat. Dann handelt es sich bei der Partie um ein Innerschweizer Derby, seit langen stellt die Zentralschweiz wieder drei Mannschaften in der zweithöchsten Liga. Doch mindestens eine Mannschaft wird in den sauren Abstiegsapfel beissen müssen, denn der Verlierer der Partie steigt definitiv ab. Bei einem Unentschieden beginnt die grosse Rechnerei. Ausser die einzig einholbare Mannschaft aus Biel macht mit einem Heimsieg gegen den BSV Stans alles klar und lässt das Derby zu einer gemeinsamen Abschiedsvorstellung verkommen. Denn aus den fünf Punkten Vorsprung, die mit einem perfekten Schlussspurt inklusive der notwendigen Schützenhilfe noch zu gutzumachen wären, würden deren uneinholbaren sieben. Diese drittletzte Runde schreit also nach Spannung.

 

Bereits im Hinspiel hatten sich beide Mannschaften im Tabellenkeller eingenistet. In einer Abwehrschlacht behielten die Urner das bessere Ende für sich. Doch bei einem 20:18 lässt sich bestimmt nicht von einem Klassenunterschied sprechen. Und der Heimvorteil liegt dieses Mal auf Seiten der Luzerner. Die Rossmooshalle wird hoffentlich gut gefüllt sein und dieser Partei einen würdigen Rahmen erweisen. Doch auf ein Feuerwerk des Tempohandballs dürfen sich die Zuschauer wohl nicht freuen. Sind doch beide Teams eher für einen statischen Handball bekannt. An Routine mangelt es auf beiden Seiten nicht. Die Emmer verfügen sicherlich über mehr Spieler der alten Garde, mischen diese jedoch mit ganz jungen Spielern aus dem Nachwuchs der SG Pilatus. Eingeschlagen hat der Wintertransfer Mark Schelbert, welcher pro Spiel rund fünf Tore beisteuert. 

 

Doch egal, welches Team über wie viel Routine verfügt, wie schnell gekontert wird oder welche individuellen Fähigkeiten die Spieler auf beiden Seiten aufweisen. Damit wird dieser Abstiegsgipfel nicht entschieden. Beide Equipen haben im bisherigen Saisonverlauf bewiesen, dass sie nicht über genügend Qualität verfügen, um so ein Spiel locker nach Hause zu spielen. Es wird ein Spiel, das über den Kampf, Emotionen und ein geschlossenes Kollektiv entschieden wird. Denn sobald ein Team in Rückstand liegt, ist es auf dem Papier abgestiegen. Und dagegen werden sich beide Teams bis zuletzt wehren. Es bleibt zu hoffen, dass die Urner Zuschauer zahlreich in Emmen auflaufen, um Stimmungsmässig dagegenzuhalten. Denn die Hoffnung auf die Finalissima am letzten Spieltag in Biel lebt weiter. 

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