Montag, 03 Dezember 2018 10:46

Erfolgreiche Abwehrschlacht gegen Emmen

geschrieben von Spielbericht
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KTV Altdorf – Handball Emmen 20:18 (10:8)


Der KTV Altdorf holt sich den zweiten Heimsieg in Folge, überholt den Gegner Handball Emmen damit in der Tabelle und rückt weiter vor. Die tragische Figur des Spiels wird der ehemalige Altdorfer Torhüter Marcel Luthiger.

 

«Jungs, lasst mir heute diesen Luthi nicht ins Spiel kommen, dies ist meine grösste Sorge heute!» war die klare Ansage des Altdorfer Trainers Sebastian Munzert vor dem Spiel. Als dieser dann in der dritten Minute bereits den dritten Abschluss parierte, war dann jedem klar, warum. Gegen «seinen» KTV schien er doppelt und dreifach motiviert und bewies, weshalb ihm der Übername «Zerberus» verliehen wurde. Zum Glück, aus Altdorfer Sicht, produzierten die Emmer Vorderleute viele technische Fehler und das Heimteam konnte den Rückstand in der Startphase in Grenzen halten. Bis zur 15. Minute glich der KTV das Spiel aus und machte die zwei Tore Differenz wett. Das Spiel lebte von der Spannung, handballerisch wurde Magerkost serviert. Beide Mannschaften verzichteten auf ein hohes Spieltempo, die Angriffsversuche verliefen sich irgendwo in den beiden starken Deckungsreihen und andauernd beklagten sich die Mannschaften über unnötige Fehler. Als Emmen dann nach dem 7:8 in der zwanzigsten Minute bis zur Pause nur noch Fehler und Fehlwürfe produzierte, liess der KTV das Spiel auf seine Seite kippen und ging mit dem leichten Vorteil einer 10:8 Führung in den zweiten Umgang.

 

Für diejenigen, die sich in der zweiten Halbzeit ein besseres Spiel erhofft hatten, hier die chronologische Reihenfolge der ersten sieben Minuten nach dem Seitenwechsel: Fehler, Fehler, Fehler, Fehlwurf, Fehlwurf, Fehlwurf, Fehlwurf, Fehlwurf, Fehlwurf, Fehler, Fehler, Fehlwurf, Fehler. Der Stimmung auf den Rängen tat dies jedoch keinen Abbruch. Handball Emmen mobilisierte lautstarken Support, die Urner hielten dagegen. Schliesslich war das Spiel offen und die zwei Punkte sind für beide Mannschaften im Abstiegskampf enorm wichtig. Das Spielgeschehen verlief auch weiterhin äusserst ausgeglichen, mit kleinen Vorteilen für die Gäste. Diese rissen dann in der 49. Minute durch ein Tor des Kroaten Kavacevic mit 14:15 die Führung wiederum an Sich. Der KTV reagierte stark und liess einen 3:0 Lauf folgen. Als die Urner dann vier Minuten vor Spielende beim Stand von 19:16 in Ballbesitz kamen, schien das Spiel entschieden. Ein Fehler, ein verschossener Siebenmeter und zwei Emmer Tore später nahm das Altdorfer Trainerduo das letzte Timeout. Emmens Keeper Luthiger musste das Spielfeld inzwischen verletzungsbedingt verlassen und die Entscheidung von der Bank aus miterleben. 19:18, noch 25 Sekunden auf der Spieluhr, beide Mannschaften mit jeweils einer Zeitstrafe, Ballbesitz Altdorf. Trainer Munzert erinnerte sich wohl an die legendäre Aussage seines Landsmannes Oli Kahn, «Eier, wir brauchen Eier», und beorderte Torhüter Amrein für einen zusätzlichen Spieler auf die Bank. Ein weiterer Fehler hätte den Ausgleich ins leere Tor bedeutet. Amer Zildzic behielt jedoch die Nerven und sorgte mit seinem sechsten Treffer nun definitiv für die Entscheidung. 

 

Das Derby hielt also was es versprach. Nicht hochstehend, dafür umso umkämpfter und nervenaufreibender war das Spiel. Wichtig für den KTV, dass man diese zwei Punkte im Feldli behalten hat. Auch wenn die Leichtigkeit und Frische der letzten Woche vermisst wurde, die beiden gewonnen Punkte sind äusserst wertvoll in der zweiten Tabellenhälfte.

 

Für Altdorf spielten: Christian Amrein/Fabio Arnold, Marius Kasmauskas, David Arnold (3), Manuel Gisler (1), Ivan Fallegger, Pascal Aschwanden (3), Roland Szabo (1), Marc Häusler, Kevin Ledermann, Fabian auf der Maur (1), Florian Henrich (4/2), Tomas Adamcik (1), Amer Zildzic (6)

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